Die laufende Sommersaison hat Thüringens Bergrettern bereits etliche Einsätze beschert. Besonders häufig eilte die Bergwacht bislang wegen Verletzungen beim Mountainbiken und beim Wandern zu Hilfe. Gerade an den heißen Tagen der vergangenen Wochen sei es etwa bei Mountainbikern zu gesundheitlichen Problemen gekommen, hieß es von der DRK-Bergwacht Thüringen.
Hitze als Risikofaktor
Bei entsprechender Hitze habe etwa die Konzentration auf den Abfahrten in den Bikeparks, auf Trails oder bei Touren durch den Wald nachgelassen, was erhöhte Unfallgefahr bedeutete und zu Erschöpfung und Stürzen führte. So ging es etwa bei den insgesamt 73 Einsätzen der ehrenamtlichen Bergretter im Zeitraum von April bis Anfang Juli bei Oberhof in 40 Fällen um Mountainbiker und andere Radfahrer. In Oberhof gibt es einen großen Bikepark mit etlichen Trails, die teils stark bergab gehen.
Einsatzzahlen im Vergleich
Die Einsatzzahlen für die Sommersaison bewegen sich demnach auf einem dem Vorjahr ähnlichen Niveau: Im gesamten vergangenen Jahr eilten sie in 82 Fällen Mountainbike- und Radfahrern zu Hilfe und in 51 Fällen Wanderern und Bergsteigern. 2025 lag die Gesamtzahl der Bergwacht-Einsätze bei 779 – Rettungsaktionen in der Wintersaison inklusive.
Aufgaben der Bergwacht
„Neben der Rettung aus schwer zugänglichem Gelände gehören auch die notfallmedizinische Erstversorgung in enger Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Luftrettung zu den Aufgaben der Bergwacht“, zählt Daniel Fritzsche, Referent Bergwacht im DRK-Landesverband Thüringen, auf. Auch bei Outdoor-Veranstaltungen, etwa Cross-Läufen, in den entsprechenden Regionen sei die Bergwacht dabei. Die Ehrenamtlichen unterstützen auch Vermisstensuchen, bekämpfen Vegetationsbrände und retten auch Tiere. An Ostern war die Bergwacht etwa zu einer über mehrere Tage auf einer steilen Stelle einer Bohlenwand festsitzenden Wildziege bei Saalfeld gerufen worden.
Mehr Besucher, mehr Einsätze
Gerade in den Sommerferien und bei gutem Wetter nutzen nach Einschätzung der Bergwacht Wandernde, Mountainbiker, Kletterer und andere Erholungssuchende verstärkt die Mittelgebirgsregionen des Freistaates. Mehr Menschen führten in der Regel aber auch zu mehr Einsätzen.
Sicherheitstipps der Bergwacht
Es sei erfreulich, dass die Thüringer Berge und Wanderregionen derzeit wieder viele Menschen anzögen, so Andreas Bühl, der Landesleiter der DRK-Bergwacht Thüringen. „Gleichzeitig beobachten wir, dass eine gute Vorbereitung und die realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit auch in unseren Mittelgebirgen entscheidend sind, um Unfälle zu vermeiden“, so Bühl weiter. Die Bergwacht Thüringen empfiehlt daher bestimmte Sicherheitsvorkehrungen gerade auf Mountainbike-Trails und allgemein beim Radeln in den Bergen zu beachten:
- In den Bikeparks und auf den Trails sollte eine komplette Schutzausrüstung getragen werden.
- Unbekannte Trails sollten vor der Fahrt zur besseren Gefahreneinschätzung unbedingt vorab besichtigt werden.
- Anfänger sollten unbedingt einen Grundlagenkurs für Geländefahrten besuchen.
- Kinder sollten immer in Begleitung eines Erwachsenen in Bike- und Trail-Parks unterwegs sein.
- Auch auf normalen Fahrradtouren, etwa über den Rennsteig, sollte immer ein Helm getragen werden.
- Wer unterwegs ist, sollte zusätzlich ausreichend Getränke zu sich nehmen, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen und für den Notfall ein geladenes Mobiltelefon dabeihaben.
Zahlen und Fakten zur Bergwacht
Zur DRK-Bergwacht Thüringen gehören 23 Bergwachten und rund 220 aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte. Das Einsatzgebiet erstreckt sich entlang des Rennsteigs vom Wartburgkreis bis in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie über Teile der Rhön und des Südharzes. Die Bergretterinnen und Bergretter sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit.



