Spinnenphobie besiegt: Wie ich in sechs Stunden meine Angst verlor
Spinnenphobie besiegt: Sechs Stunden Therapie halfen

Jahrzehntelang hat mich die Angst vor Spinnen verfolgt. Allein der Gedanke an ein achtbeiniges Wesen im selben Raum löste Schweißausbrüche und Panik aus. Ich brach sogar einen Videoabend bei Freunden ab, weil eine Hauswinkelspinne durchs Wohnzimmer kroch. Doch trotz rationalem Wissen, dass Spinnen in Deutschland harmlos sind, wurde die Angst immer schlimmer. Bis ich beschloss, etwas zu tun – und in nur sechs Therapiesitzungen à 45 Minuten meine Phobie loswurde.

Die Methode: Expositionstherapie gegen Spinnenangst

Die Behandlung basierte auf der Expositionstherapie, einer Form der Verhaltenstherapie. Dabei setzt man sich gezielt der angstauslösenden Situation aus, um zu lernen, dass die befürchtete Katastrophe nicht eintritt. Meine Therapeutin begleitete mich Schritt für Schritt: Zunächst betrachtete ich Bilder von Spinnen, dann Videos, später echte Spinnen in sicheren Behältern. Der Höhepunkt war der Besuch bei der Spinnenzüchterin Jacqueline Schwarzmann von „Lenses and Legs – Spiders of Berlin“. Dort durfte ich die Zwergvogelspinne Klaus auf meine Hand nehmen – eine Begegnung, die man im Alltag in Deutschland sonst eher nicht hat.

Angst wächst durch Vermeidung

Die ultimative Erkenntnis der Therapie: Angst wird durch Vermeidung größer. Je mehr ich Spinnen auswich, desto mächtiger wurden sie in meiner Vorstellung. Die Expositionstherapie durchbrach diesen Kreislauf. Nach sechs Stunden war die Phobie verschwunden. Heute kann ich gelassen reagieren, wenn eine Spinne die Wand hochläuft. Die Erfahrung hat meine Einstellung zu Ängsten grundlegend verändert – ich weiß jetzt, dass man sie besiegen kann, wenn man sich ihnen stellt.

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