Salman Rushdie sagt im zweiten Prozess gegen Attentäter aus
Salman Rushdie sagt im zweiten Prozess gegen Attentäter aus

Vier Jahre nach der blutigen Messerattacke auf ihn hat der Schriftsteller Salman Rushdie, 79, in einem zweiten Verfahren gegen seinen verurteilten Attentäter ausgesagt. Der zu bereits 25 Jahren Haft verurteilte Attentäter Hadi Matar muss sich in dem zweiten Verfahren Terrorismusvorwürfen stellen. „Ich habe versucht zu entkommen, aber er lag auf mir und stach unaufhörlich auf mich ein“, sagte Rushdie während seiner Zeugenaussage am Donnerstag vor dem US-Bundesbezirksgericht in Buffalo im Bundesstaat New York.

Die Tat und ihre Folgen

Matar hatte bei einer Lesung des weltbekannten Autors im August 2022 mehr als ein Dutzend Mal auf Rushdie eingestochen. „Schon bald lag ich auf der Bühne, umgeben von einer riesigen Blutlache“, sagte Rushdie weiter aus. „Es war ein riesiger, ausgedehnter Blutsee.“ Das Messer durchtrennte einen Sehnerv – seitdem ist der Autor auf einem Auge blind und trägt stets eine Brille mit einem abgedunkelten Glas. „Wie Sie sehen können, ist jetzt nichts mehr davon übrig“, sagte Rushdie mit Verweis auf sein Auge, nachdem er von dem Staatsanwalt aufgefordert worden sei, die Brille vor Gericht abzunehmen.

Die Anklage im zweiten Verfahren

Matar wird in dem neuen Verfahren vorgeworfen, auf Anweisung der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon gehandelt und durch die Durchsetzung einer Fatwa, eines religiösen Erlasses, einen Terrorakt verübt zu haben. Matar plädierte vor dem Bundesgericht auf nicht schuldig. Die Fatwa besteht seit 1989. Der iranische Führer Ajatollah Khomeini hatte diese als Reaktion auf Rushdies von einigen Muslimen als blasphemisch angesehenen Roman „Die satanischen Verse“ erlassen.

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Rushdies Auftritt im Zeugenstand

Rushdie wirkte während seiner gut einstündigen Aussage im Zeugenstand gefasst und verbindlich, schreibt die Nachrichtenagentur AP. Während er aussagte, blickte der 28-jährige Matar auf den Tisch der Verteidigung, stützte gelegentlich das Kinn in die Hand oder wandte sich seinem Anwalt zu. Er sah den Autor nur an, als dieser durch eine Tür hinausging.

Der erste Prozess und das Buch

Eine Geschworenenjury im Bezirk Chautauqua im Nordwesten des Bundesstaates New York hatte Matar bereits 2025 des versuchten Mordes an Rushdie für schuldig befunden. Matar hatte auf nicht schuldig plädiert. Angesichts des vor Hunderten Augenzeugen begangenen Angriffs und Videoaufnahmen gab es aber keinen Zweifel daran, dass er die Tat begangen hat. Rushdie („Mitternachtskinder“) verarbeitete den Vorfall in seinem im April 2024 veröffentlichten Buch „Knife: Gedanken nach einem Mordversuch“.

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