Die Bundesregierung plant die Einführung einer Frühstart-Rente, die Millionen Kindern einen frühen Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglichen soll. Das Konzept: Monatlich zehn Euro werden angelegt, über die Jahre können daraus Zehntausende Euro werden. Finanztip-Herausgeber Hermann-Josef Tenhagen erläutert im Gespräch mit Thomas Kausch die Details und gibt wichtige Hinweise für Eltern.
So funktioniert die Frühstart-Rente
Die Frühstart-Rente sieht vor, dass für jedes Kind ab Geburt ein staatlich gefördertes Depot eröffnet wird. Die Einzahlung von zehn Euro pro Monat – also 120 Euro jährlich – soll durch Zulagen und Steuervorteile ergänzt werden. Tenhagen betont: „Kleinvieh macht auch Mist. Aus kleinen Beträgen können über die Jahrzehnte erhebliche Summen werden.“ Bei einer durchschnittlichen Rendite von fünf Prozent pro Jahr ergebe sich nach 18 Jahren ein Kapital von rund 35.000 Euro. Wird das Geld bis zum Rentenalter weiter bespart, könnten sogar über 100.000 Euro zusammenkommen.
Wichtige Tipps von Finanztip
Der Finanzexperte rät Eltern, frühzeitig zu handeln: „Je früher man beginnt, desto mehr profitiert man vom Zinseszinseffekt.“ Er empfiehlt, das Geld breit gestreut in ETFs anzulegen, um Kosten niedrig zu halten. Zudem sollten Eltern die staatlichen Zulagen nicht verpassen: „Die Förderung ist attraktiv, aber nur, wenn man die Formalitäten richtig ausfüllt.“ Tenhagen weist darauf hin, dass die Frühstart-Rente keine klassische Riester-Rente sei, sondern flexibler und kostengünstiger.
Kritische Stimmen und Ausblick
Die Bundesregierung erhofft sich von der Frühstart-Rente eine höhere Altersvorsorgequote und eine Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung. Kritiker bemängeln jedoch, dass zehn Euro monatlich für viele Familien eine zusätzliche Belastung darstellen. Tenhagen kontert: „Selbst fünf Euro sind besser als nichts. Jeder gesparte Euro zählt.“ Die Einführung ist für 2026 geplant, erste Modellrechnungen zeigen, dass bei einer Laufzeit von 40 Jahren aus den zehn Euro monatlich über 100.000 Euro werden können.



