Drogenbeauftragter Streeck fordert Verbot süßer Aromen in E-Zigaretten
Drogenbeauftragter Streeck fordert Verbot süßer Aromen in E-Zigaretten

Der Drogenbeauftragte Henrik Streeck spricht sich für ein Verbot süßer Aromen in E-Zigaretten aus. Produkte mit Geschmacksrichtungen, die an Bonbons oder Snacks erinnern, seien mit einem wirksamen Gesundheits- und Jugendschutz nicht vereinbar, erklärte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bereits im Januar hatte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) ein solches Verbot angekündigt.

Streeck geht in seinen Forderungen noch einen Schritt weiter. Wenn nikotinhaltige Produkte mit süßen Aromen und bunten Designs vermarktet würden, sei das keine Freiheit, sondern eine „Anfix-Strategie“. E-Zigaretten dürften nicht länger mit Geschmackswelten beworben werden, die gezielt junge Menschen ansprechen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte der Tabakbranche vorgeworfen, mit Geschmacksrichtungen wie Gummibärchen oder Zuckerwatte besonders sehr junge Menschen ködern zu wollen.

Bereits geplant ist ein Verbot bestimmter Zusatzstoffe. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums sollen künftig 13 Aroma- und Kühlstoffe nicht mehr verwendet werden dürfen, darunter auch Menthol. Die Regelung soll per Verordnung umgesetzt werden. In herkömmlichen Zigaretten ist Menthol bereits seit 2020 EU-weit verboten. Grundlage sind unter anderem wissenschaftliche Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung, die unterschiedliche Inhaltsstoffe als problematisch bewerten.

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Es gibt jedoch auch Kritik. Der Frankfurter Suchtforscher Heino Ströver hält die Datenlage für unzureichend und umfassende Verbote für nicht gerechtfertigt. Zwar seien auch E-Zigaretten gesundheitsschädlich, sie enthielten aber deutlich weniger Schadstoffe als herkömmliche Zigaretten. Für langjährige Raucher könnten sie ein Zwischenschritt sein, um von der herkömmlichen Zigarette wegzukommen. „Die Menschen sterben nicht am Nikotin, sondern am Teer und anderen Verbrennungsrückständen“, argumentiert Ströver.

Die Wirtschaft schlägt Alarm. „Ein solches Vorhaben ist ein Komplettverbot der gesamten Produktkategorie E-Zigarette durch die Hintertür“, sagte Oliver Pohland, Geschäftsführer vom Verband des eZigarettenhandels, dem Handelsblatt. Ohne die betroffenen Zusatzstoffe könne praktisch keines der derzeit zugelassenen Produkte weiterverkauft werden. Der Verband beziffert den Umsatz mit legalen E-Zigaretten in Deutschland auf rund 3,5 Milliarden Euro jährlich, mit Tabaksteuereinnahmen von mehr als 400 Millionen Euro pro Jahr.

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