Die Ankündigung der Schließung mehrerer Abteilungen am kommunalen Bergmann-Klinikum und am Alexianer St. Josefs Krankenhaus in Potsdam zu Beginn der Woche traf viele überraschend. Besonders bemerkenswert ist die kurze Frist: Bereits zum 1. August werden am Bergmann die Gefäßchirurgie und Orthopädie sowie am St. Josefs die Geburtshilfe, Gynäkologie und Neurologie geschlossen. Zwischen der Ankündigung und der Umsetzung liegen weniger als vier Wochen.
Gründe für die Kurzfristigkeit
Die Frage nach den Ursachen dieser Eile drängt sich auf. Handelt es sich um lang geplante Vorhaben, die nun erst öffentlich gemacht wurden, oder wurde die Entscheidung erst kürzlich getroffen? Laut Informationen der PNN waren strategische Überlegungen ausschlaggebend für den kurzen Vorlauf. Die Verantwortlichen wollten offenbar vermeiden, dass ein längerer Ankündigungszeitraum zu Unsicherheit bei Patienten und Personal führt oder gar politische Gegenwehr ermöglicht.
Betroffene Abteilungen und Auswirkungen
Die Schließung betrifft insgesamt fünf Fachbereiche: Am Bergmann-Klinikum werden die Gefäßchirurgie und Orthopädie eingestellt, am St. Josefs Krankenhaus die Geburtshilfe, Gynäkologie und Neurologie. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass sie ab August für diese Behandlungen auf andere Einrichtungen in der Region ausweichen müssen. Die Geburtshilfe am St. Josefs war eine wichtige Anlaufstelle für werdende Mütter in Potsdam; die Schließung könnte zu längeren Anfahrtswegen führen.
Reaktionen aus Politik und Personal
Die kurzfristige Ankündigung hat in der Landeshauptstadt für Diskussionen gesorgt. Kritiker werfen den Klinikleitungen vor, die Entscheidung nicht transparent kommuniziert zu haben. „Die Mitarbeiter wurden vor vollendete Tatsachen gestellt“, zitierte die PNN einen nicht genannten Betriebsrat. Auch die Politik zeigte sich überrascht: Die Stadtverordnetenversammlung wurde offenbar erst zeitgleich mit der Öffentlichkeit informiert.
Zukunft der Potsdamer Krankenhauslandschaft
Die Schließungen sind Teil eines größeren Umbaus der Krankenhausversorgung in Potsdam. Beide Häuser stehen vor finanziellen Herausforderungen und müssen ihre Angebote an die veränderten Bedarfe anpassen. Das Bergmann-Klinikum und das St. Josefs Krankenhaus arbeiten bereits in einigen Bereichen zusammen, um Synergien zu nutzen. Ob weitere Abteilungen folgen werden, ist derzeit nicht bekannt. Die Verantwortlichen betonen, dass die Notfallversorgung in der Stadt weiterhin sichergestellt sei.



