Kölner Dom: 12 Euro Eintritt für Touristen ab Juli
Kölner Dom kostet bald 12 Euro Eintritt

Der Kölner Dom wird ab dem 1. Juli 2024 für Touristen kostenpflichtig. Wie die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt gaben, beträgt der Eintrittspreis dann 12 Euro. Mit dieser Gebühr sollen die Pflege, der Schutz und der Betrieb der Kathedrale finanziert werden. Wer jedoch zu einem Gottesdienst oder zum persönlichen Gebet kommt, soll weiterhin kostenlosen Zutritt haben. Dafür werden in Deutschlands bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche eingerichtet.

Hohe tägliche Kosten

„Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld“, betonte Domrendant Clemens van de Ven. Das Unesco-Weltkulturerbe verursache täglich Kosten in Höhe von 44.000 Euro. „Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen.“

Sozialverträglicher Zugang

Dompropst Guido Assmann erklärte, die Zugangsgebühr solle sozialverträglich sein. Deshalb werde es freien Eintritt für bestimmte Gruppen wie Kinder sowie Ermäßigungen und kostenfreien Zugang an bestimmten Fest- und Feiertagen geben. „Wir haben das abgewogen. 12 Euro, ich glaube, das ist verträglich in dem Gesamtgefüge“, so Assmann.

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Eintrittsregelungen in Deutschland

Anders als in Köln setzen die meisten großen katholischen Kirchen in Deutschland weiterhin auf freien Zugang. Wie eine Recherche des Portals katholisch.de zeigt, sind Eintrittsgelder bei den Kathedralen in Mainz, München, Dresden und Speyer kein Thema. Auch der Zugang zur bayerischen Wieskirche, die zum Weltkulturerbe gehört, ist kostenlos. Anders klingt es im Bistum Aachen: Eine Sprecherin des Aachener Domes schließt eine Einführung von Eintrittsgeldern in Zukunft nicht aus.

Bei den evangelischen Kirchen sieht es teilweise anders aus. Im Berliner Dom ist ein Besichtigungsticket ab 15 Euro zu erwerben; das Ticket ist ein Jahr gültig. Fünf Euro müssen Erwachsene seit Mitte Mai in der evangelischen Kirche Sankt Sebald in der Nürnberger Altstadt zahlen. In der mehr als 700 Jahre alten Kirche wurde schon Albrecht Dürer getauft.

Medienberichten zufolge denkt auch die Nachbargemeinde der Lorenzkirche darüber nach. Dort befindet sich der sogenannte Engelsgruß, ein berühmtes Kunstwerk von Veit Stoß von 1517/18. Andere evangelische Kirchen wie Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger. Bayerns evangelisch-lutherische Kirche erklärte aber, sie plane keinen flächendeckenden Eintritt für Kirchen; solche Modelle kämen – wenn überhaupt – nur für wenige, besonders stark touristisch frequentierte Kirchen infrage, bei denen Nutzung und Aufwand besonders groß seien.

Europaweiter Überblick

In Spanien ist der Eintritt die Regel. Ein berühmtes Beispiel ist die Sagrada Família in Barcelona (Tickets ab 26 Euro). Auch in vielen anderen Kathedralen, wie in Sevilla oder Toledo, werden Gebühren erhoben. Die Kathedrale von Palma auf Mallorca erhebt einen Eintritt von zehn Euro.

In Österreich verlangen große Sehenswürdigkeiten wie der Stephansdom in Wien Eintritt. Das Ticket für den Stephansdom – 29,00 Euro für Erwachsene – umfasst die eigenständige Besichtigung der Domkirche mit einem digitalen Audioguide für das Smartphone, die selbständige Besichtigung des Süd- und Nordturmes, die Teilnahme an einer öffentlichen Katakombenführung und die Besichtigung des Dommuseums.

In vielen historischen Kirchen Englands wird Eintritt genommen. So kostet ein Erwachsenenticket für die Saint Paul’s Cathedral in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sind es 31 Pfund (35 Euro).

In Frankreich sind die meisten großen Kathedralen wie Notre-Dame oder Sacré-Cœur in Paris, Reims und Chartres kostenfrei zugänglich. Oft wird lediglich eine Gebühr für die Turmbesteigung oder die Krypta erhoben.

In Italien können Kirchen häufig ohne Gebühr besichtigt werden. Das gilt sowohl für den Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika in Rom als auch für die Dome von Florenz oder Neapel. Manche berühmte Gotteshäuser wie der Mailänder Dom oder der Markusdom in Venedig kosten Eintritt.

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In der Türkei werden die Besuche wichtiger Gotteshäuser in Istanbul unterschiedlich gehandhabt: Während der Besuch der blauen Moschee ohne Ansehen der Religionszugehörigkeit gratis ist, ist der Besuch der Hagia Sophia – im 6. Jahrhundert als Kirche erbaut und während fast tausend Jahren die größte orthodoxe Kathedrale – für Nicht-Muslime teuer. 25 Euro kostet derzeit ein Einlassticket. Das muslimische Gebet ist ohne Ticket möglich. Ein ähnliches Vorgehen ereilt Besucher der Chora-Kirche in Istanbul. Auch sie ist – nach langer Renovierung – seit Mai 2024 eine aktive Moschee, für deren Besuch Nicht-Muslime 20 Euro zahlen müssen.