Düsseldorf – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat eindringlich dazu aufgerufen, Hitzewarnungen künftig wesentlich ernster zu nehmen. Die extremen Temperaturen um 40 Grad Celsius Ende Juni, die selbst nachts keine ausreichende Abkühlung brachten, hätten deutlich gemacht: Hitze könne genauso gefährlich sein wie Hochwasser oder andere Unwetter.
Appell an Einrichtungen und Bürger
„Wir alle – Einrichtungen, Träger, Hilfsdienste, Behörden und Bürgerinnen und Bürger – müssen deswegen Hitzewarnungen sehr viel ernster nehmen, wie das in der Vergangenheit der Fall war“, sagte Laumann in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des NRW-Landtages. Die Versorgungslage in den Krankenhäusern bleibe angespannt, wie die Auslastung der Notaufnahmen und der verfügbaren Intensivbetten zeige. Dank guter Vorbereitung und des Einsatzes aller Beteiligten habe es aber keine flächendeckende Überlastungs- und Gefährdungssituation gegeben.
Bessere Koordination der Maßnahmen
Laumann kündigte an, man werde prüfen, „wie das Ineinandergreifen von Aktivierungen von Maßnahmen besser funktionieren kann, indem die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes stärker in den Blick genommen werden“. Für bauliche Veränderungen stünden aktuell jedoch keine Landesmittel bereit. Hitzeschutzmaßnahmen sollten perspektivisch aufgenommen werden.
Hunderte Hitzetote in NRW
Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass in diesem Sommer bis zum 28. Juni etwa 1.230 Menschen in Nordrhein-Westfalen aufgrund von Hitze gestorben sind. NRW liege bei geschätzten 6,9 Sterbefällen aufgrund von Hitze pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz seien es 13 und in Hessen 9,5 Sterbefälle pro 100.000 Einwohner. Die Hitzewelle habe NRW nicht unvorbereitet getroffen. Laumann verwies auf vorhandene Konzepte und Informationsmaterial für die Bevölkerung.



