Obstbauern in NRW: Gute Ernte trotz Konkurrenz und Klimawandel
Obstbauern in NRW: Gute Ernte trotz Konkurrenz

Die Obstbauern in Nordrhein-Westfalen können in diesem Jahr trotz widriger Umstände mit einer guten Ernte rechnen. Laut Sarah Meyer, Referentin für Obstbau bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, waren die Blühbedingungen für die meisten Obstkulturen im Frühjahr günstig. Die Kirschblüte fiel in eine trockene Phase, und anschließender Regen förderte die Fruchtentwicklung. Bei Äpfeln gab es im Rheinland zwar örtliche Hagelschäden, aber insgesamt wird eine solide Ernte mit guten Fruchtgrößen erwartet.

Erdbeeren profitieren von kaltem Winter

Die Erdbeeren profitierten vom vergleichsweise kalten Winter, der viele Kältestunden brachte. „Das ist wichtig, damit die Pflanzen später gut austreiben“, erklärt Meyer. Bis Ende Oktober könnten Verbraucher noch Erdbeeren aus heimischem Anbau kaufen. „Da hat sich in der Züchtung viel getan, so dass auch die späten Erdbeeren inzwischen einen guten Geschmack haben.“

Heimische Kirschen im Supermarkt benachteiligt

Doch viele Betriebe kämpfen mit steigenden Kosten und günstiger Konkurrenz aus dem Ausland. Besonders bei Kirschen setzen große Supermarktketten stark auf Importware aus der Türkei. „Heimische Kirschen wurden im Supermarkt teilweise erst sehr spät angeboten, in manchen Supermärkten tauchen heimische Kirschen auch gar nicht mehr auf“, sagt Meyer. Der Mindestlohn und hoher bürokratischer Aufwand erschweren den heimischen Produzenten die Konkurrenzfähigkeit. „Obstkulturen sind sehr arbeitsintensiv. Das macht den heimischen Anbau teurer.“

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Ganzjähriges Angebot aus Südamerika

Bei Heidelbeeren oder Himbeeren sind viele Verbraucher inzwischen das ganzjährige Angebot aus Südamerika gewohnt, sodass heimische Beeren im Sommer kaum noch bewusst wahrgenommen werden.

Klimawandel bringt neue Herausforderungen

Der Klimawandel mit hohen Temperaturen und wenig Niederschlag stellt ein weiteres Problem dar. „Die meisten Obstarten, zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren oder Äpfel, können Sonnenbrand bekommen und vertragen extrem heiße Sommertage nicht so gut“, erklärt Meyer. Gleichzeitig ermöglicht der Klimawandel den Anbau von Aprikosen in NRW. Zwar gibt es bislang nur kleine Spezialkulturen, aber dort wird es im zweiten Jahr in Folge eine gute Ernte geben. „Trotz des Klimawandels bleibt der Aprikosenanbau aber riskant – Blütenfröste können die Ernte noch deutlich stärker beeinträchtigen als bei den heimischen Obstarten.“

Schutzanbau und ergonomische Ernte

Um unabhängiger von Witterungseinflüssen zu sein, setzen viele Landwirte zunehmend auf geschützten Anbau unter Folie. Das hat etwa bei Erdbeeren den Vorteil, dass die Pflanzen in Substratkästen über dem Boden angebaut werden können. „Erdbeeren pflücken auf dem Feld ist eine mühselige Arbeit. Wenn man stattdessen anbieten kann, auf Körperhöhe ergonomisch zu arbeiten, ist es auch viel leichter, Erntehelfer zu bekommen“, so Meyer.

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