Speed-Week: Hessen kündigt verstärkte Geschwindigkeitskontrollen an
Speed-Week: Hessen verstärkt Geschwindigkeitskontrollen

Die hessische Polizei setzt in der ersten Augustwoche erneut einen Schwerpunkt bei der Überwachung der Geschwindigkeit. Im Rahmen der europaweiten Speed-Week finden von Montag, 3. August, bis Sonntag, 9. August, im gesamten Bundesland verstärkte Verkehrskontrollen statt. Das teilte eine Sprecherin des Innenministeriums in Wiesbaden mit. Die Beamten sind demnach im gesamten Verkehrsraum unterwegs – auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts.

Standorte bleiben geheim

Wo und zu welchen Uhrzeiten die Polizei ihre Messstellen aufbaut, wird nicht im Voraus veröffentlicht. Diese Geheimhaltung ist Teil des Konzepts: Die Kontrollen sollen als Überraschung wirken und dadurch die abschreckende Wirkung erhöhen. Autofahrerinnen und Autofahrer, die sich konsequent an die Tempolimits halten, müssen jedoch keine Konsequenzen befürchten.

Innenminister betont Schutz von Menschenleben

Innenminister Roman Poseck (CDU) betonte die Bedeutung der Aktion. „Mit verstärkten Kontrollen wollen wir das Bewusstsein für die Gefahren zu schnellen Fahrens schärfen, Verstöße konsequent ahnden und so Menschenleben schützen“, erklärte er. Die Speed-Week sei ein wichtiges Instrument, um alle Verkehrsteilnehmer zu einem rücksichtsvollen und verantwortungsvollen Verhalten im Straßenverkehr zu bewegen. „Wir wollen mit der Speed-Week für verantwortungsbewusstes Fahren sensibilisieren“, so Poseck.

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Zu schnelles Fahren zählt in Deutschland seit Langem zu den häufigsten Unfallursachen. Besonders auf Landstraßen und in Ortsdurchfahrten hat überhöhte Geschwindigkeit oft schwere Folgen. Deshalb richtet die Polizei ihr Augenmerk bei solchen Kontrollwochen gezielt auf Geschwindigkeitsverstöße.

ADAC: Tempolimit ist keine Empfehlung

Unterstützung kommt auch vom ADAC. Der Verkehrsclub bewertet die verstärkten Kontrollen als sinnvollen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Sie machten den Verkehrsteilnehmern die Gefahren von Tempoüberschreitungen unmittelbar bewusst. Ulrich Chiellino, Leiter ADAC Verkehrspolitik, stellte dazu fest: „Die Geschwindigkeit ist an die Umgebung anzupassen. So gesehen ist ein Tempolimit auch als Limit und nicht als Empfehlung zu verstehen.“ Damit richtete er sich an alle, die Geschwindigkeitsbegrenzungen regelmäßig als unverbindliche Richtwerte interpretieren.

Europaweite Zusammenarbeit

Die Speed-Week ist eine gemeinsame Aktion europäischer Polizeibehörden. Sie findet mehrmals im Jahr statt und wird von der europäischen Polizeiorganisation koordiniert. Hessen beteiligt sich bereits seit mehreren Jahren regelmäßig daran. Die Teilnahme sei ein Beitrag zur länderübergreifenden Verkehrssicherheit, so das Innenministerium.

Während der Kontrollwoche rechnen die Behörden mit einer erhöhten Anzahl von Verwarnungen und Bußgeldverfahren. Neben den stationären Messanlagen kommen auch mobile Geschwindigkeitsmessgeräte und Polizeistreifen mit Laser-Messtechnik zum Einsatz. Auch Video-Fahrzeuge werden verwendet, um Verstöße zu dokumentieren.

Die genauen Ergebnisse der vergangenen Kontrollwochen hat das Innenministerium nicht einzeln aufgeschlüsselt. Fest steht jedoch, dass die Zahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge in Hessen in den letzten Jahren insgesamt zurückgegangen ist – auch dank solcher Kontrollen. Ein Restrisiko bleibt dennoch, weshalb die Polizei eindringlich an alle appelliert, die Regeln einzuhalten.

Was Autofahrer wissen sollten

Um Bußgelder und Punkte zu vermeiden, empfiehlt es sich, während der gesamten Woche die Geschwindigkeit strikt an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Besondere Vorsicht ist an Baustellen, bei Regen, Nebel oder in der Dämmerung geboten. Auch auf Autobahnen gilt: Die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h sollte nicht überschritten werden. Innerorts ist das allgemeine Tempolimit von 50 km/h einzuhalten, in Tempo-30-Zonen entsprechend langsamer zu fahren.

Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit erheblich überschreitet, muss mit empfindlichen Bußgeldern, Punkten in Flensburg und im Extremfall mit einem Fahrverbot rechnen. Die Polizei weist außerdem darauf hin, dass nicht nur die Geschwindigkeit selbst kontrolliert wird, sondern auch das Einhalten von Überholverboten und Mindestabständen. Die Speed-Week sei daher eine gute Gelegenheit, das eigene Fahrverhalten zu überdenken und zur Sicherheit aller beizutragen.

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