Eine Studienrätin aus Duisburg ist seit 17 Jahren durchgehend krankgeschrieben, bezieht aber weiterhin ihr volles Gehalt und erhielt sogar Lohnerhöhungen. Der Fall zeigt nach BILD-Informationen ein tiefgreifendes Systemversagen in der Verwaltung. Die Lehrerin klagt nun gegen ihre Versetzung in den Ruhestand, und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts.
Hintergrund des Falls
Die Pädagogin, die an einer Duisburger Schule tätig war, ist seit 2009 ununterbrochen krankgeschrieben. Trotz dieser langen Abwesenheit wurde ihr Gehalt weiterhin in voller Höhe ausgezahlt, und sie erhielt regelmäßige Lohnerhöhungen. Nach Angaben der Bild-Zeitung summieren sich die Zahlungen auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Die genaue Summe steht noch nicht fest, da die Ermittlungen andauern.
Rechtliche Schritte und Ermittlungen
Die Lehrerin wehrt sich gegen die Entscheidung der Bezirksregierung, sie in den vorzeitigen Ruhestand zu versetzen. Sie argumentiert, dass ihre Erkrankung eine Fortsetzung des Dienstes nicht unmöglich mache. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs aufgenommen. „Wir prüfen, ob die Lehrerin ihre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht hat“, sagte ein Sprecher der Behörde.
Kritik an der Verwaltung
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die mangelhafte Kontrolle von Langzeiterkrankungen im öffentlichen Dienst. Gewerkschaften und Personalräte fordern eine Reform der Dienstunfähigkeitsregelungen. „Es kann nicht sein, dass jemand jahrelang krankgeschrieben ist und trotzdem Beförderungen erhält“, kritisierte ein Sprecher des Deutschen Beamtenbundes.
Die Bezirksregierung Düsseldorf teilte mit, dass man den Fall geprüft habe und nun die Versetzung in den Ruhestand betreibe. Man wolle künftig ähnliche Fälle durch regelmäßige Überprüfungen verhindern. Die Lehrerin selbst äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.



