Rapper 18 Karat nach Portugal abgeschoben: OVG-Entscheidung vollzogen
18 Karat nach Portugal abgeschoben (13.07.2026)

Dortmund – Der Rapper 18 Karat (bürgerlich Ivo Vieira Silva, 40) ist nicht mehr in Deutschland. Noch in der Nacht nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Nordrhein-Westfalen wurde der verurteilte Drogendealer nach Portugal abgeschoben. Dies bestätigte die Stadt Dortmund. Der portugiesische Staatsangehörige hatte zuvor vergeblich versucht, gegen den Entzug seines Aufenthaltsrechts als EU-Bürger vorzugehen.

OVG-Beschluss ermöglicht sofortige Abschiebung

Am Dienstag hatte das OVG im Eilverfahren den Weg für die Abschiebung freigemacht. Nach Angaben seiner Anwältin Lisa Grüter wurde der Rapper noch in der Nacht ausgeflogen. Am Morgen habe er sich einmal bei seiner Familie melden und seinen Ankunftsort mitteilen können. 18 Karat verbüßte seit 2022 eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten. Das Landgericht Dortmund hatte ihn wegen mehrerer Betäubungsmitteldelikte verurteilt. Nach den Feststellungen des Gerichts schmuggelte er gemeinsam mit Komplizen bis zu 17 Kilogramm Marihuana aus dem Ausland nach Deutschland.

Stadt Dortmund entzog Aufenthaltsrecht

Die Stadt Dortmund entzog ihm daraufhin das Aufenthaltsrecht als EU-Bürger, forderte ihn zur Ausreise auf und ordnete seine Abschiebung an. Für die Beendigung seines Aufenthalts gebe es „zwingende Gründe der öffentlichen Ordnung“, hatten bereits die Richter des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen erklärt. Zudem bestehe konkrete Wiederholungsgefahr, weil sich 18 Karat nicht erkennbar von dem Umfeld gelöst habe, in dem er die Straftaten begangen hatte. Auch der Verweis auf seine Familie, sein noch sehr junges Kind sowie sein beanstandungsfreies Verhalten im Gefängnis überzeugten das Gericht nicht. Dieser Einschätzung schloss sich das OVG an.

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Haftstrafe in Portugal zunächst ausgesetzt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird der Rapper seine Haftstrafe in Portugal zunächst nicht weiter verbüßen. Weil er abgeschoben wurde, verzichtet die Behörde darauf, die Reststrafe in Deutschland zu vollstrecken. Sollte 18 Karat aber nach Deutschland zurückkehren, würde er festgenommen und müsste die verbleibende Haftstrafe verbüßen.

Anwältin kritisiert Abschiebung scharf

Seine Anwältin Lisa Grüter kritisierte die Abschiebung scharf. Der Musiker habe sich zuletzt im offenen Vollzug befunden und kurz vor dem Abschluss einer Ausbildung zum Maler und Lackierer gestanden. Nach Informationen von BILD folgte die schwangere Ehefrau des Rappers ihrem Mann bereits am Mittwoch nach Portugal. Aus seinem Umfeld heißt es, sie habe die gemeinsame Wohnung in Dortmund Hals über Kopf aufgelöst, um künftig bei ihm zu sein.

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