Die französische Schauspielerin Isabelle Adjani (71) ist im Berufungsverfahren wegen schwerer Steuerhinterziehung und Geldwäsche verurteilt worden. Das Gericht sprach am Mittwoch eine Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 10.000 Euro aus. Damit fiel das Urteil deutlich milder aus als in erster Instanz: Im Jahr 2023 war die Schauspielerin noch zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt worden.
Urteil deutlich reduziert – Anwalt zeigt sich erleichtert
Adjanis Anwalt reagierte erleichtert auf die Strafreduzierung und sprach von einer „äußerst erleichternden“ Entscheidung. Gleichzeitig kündigte er an, den Fall vor das oberste Berufungsgericht zu bringen. Isabelle Adjani gehört zu den größten Stars des französischen Kinos. In den 1980er- und 1990er-Jahren zählte sie zu den bekanntesten Schauspielerinnen des Landes und wurde insgesamt fünfmal mit dem César-Filmpreis ausgezeichnet – unter anderem für „Camille Claudel“, „Die Bartholomäusnacht“ und „Heute trage ich Rock!“
Richter sehen illegalen Wohnsitzwechsel als erwiesen an
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Adjani ihren steuerlichen Wohnsitz zeitweise illegal nach Portugal verlegt hatte. Nach Ansicht des Gerichts verschleierte sie außerdem ein Geldgeschenk eines Freundes über zwei Millionen Euro als angebliches Darlehen. Zudem soll sie rund 120.000 Euro von einem Offshore-Unternehmen über ein nicht angegebenes US-Konto nach Portugal transferiert haben. Vor Gericht hatte Adjani im April erklärt, sie sei von einem Steuerberater getäuscht worden. Sie sei für ihn eine „leichte Beute“ gewesen, weil sie unter einer Verwaltungsphobie leide. „Ehrlich gesagt habe ich noch nie eine Steuererklärung ausgefüllt. Und das ist gut so, denn es wäre katastrophal gewesen“, sagte die Schauspielerin. Den Vorwurf, eine „Diebin“ zu sein, wies sie entschieden zurück.
Steuerbehörde sieht Lebensmittelpunkt in Frankreich
Die französische Steuerbehörde argumentierte dagegen, dass Adjani ihren tatsächlichen Lebensmittelpunkt weiterhin in Frankreich gehabt habe und dort hätte versteuert werden müssen. 2016 und 2017 hatte sie ihren Wohnsitz offiziell nach Portugal verlegt. Die französische Zeitschrift „Paris Match“ veröffentlichte anschließend eine Homestory mit Bildern ihrer Wohnung. Wenn sie nach Paris komme, übernachte sie bei Freunden oder in Hotels, erklärte sie damals.



