Clan-Immobilien: Neues Verfahren vor dem Landgericht Berlin
Das Landgericht Berlin muss sich erneut mit der Einziehung von 58 Immobilien befassen, die kriminellen Clan-Mitgliedern zugerechnet werden. Der Fall kommt am kommenden Montag vor Gericht, wie aus dem Wochenplan des Gerichts hervorgeht. Angeklagt sind drei Frauen im Alter von 42, 45 und 66 Jahren sowie mehrere Gesellschaften. Für das Verfahren sind bislang 30 Prozesstage bis März 2027 vorgesehen.
Hintergrund: 77 Objekte sichergestellt
Die betroffenen Objekte werden der Großfamilie Remmo zugerechnet und gehören zu insgesamt 77 Immobilien, die 2018 in einer spektakulären Aktion vorläufig sichergestellt wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Häuser und Grundstücke nicht mit legalem Geld erworben wurden. Bislang sind jedoch nur wenige der Gebäude geräumt. Die Betroffenen wehren sich gegen den Verlust und schöpfen alle Rechtsmittel aus.
Kammergericht: Mündliche Verhandlung erforderlich
Das Berliner Kammergericht hatte Anfang des Jahres entschieden, dass sich die Vorinstanz aus verfahrensrechtlichen Gründen erneut mit der Sicherstellung der 58 Objekte in den Bezirken Neukölln und Mitte sowie im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming befassen muss. Nach Ansicht der Prüfungsinstanz ist vor einer Entscheidung eine mündliche Verhandlung nötig. Das Landgericht hatte den Beschluss jedoch lediglich im schriftlichen Verfahren gefasst.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.



