Jagd auf CSD-Terroristen: Polizei durchsucht Gartenlaube in Berlin-Spandau
CSD-Terror: Polizei-Razzia in Berlin-Spandau

Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Attentäter des CSD-Anschlags in Berlin spitzt sich zu. Wie die BILD exklusiv aus Polizeikreisen erfuhr, durchsuchten Spezialkräfte am frühen Abend eine Gartenlaube im Ortsteil Spandau. Der Einsatz galt dem 21-jährigen Islamisten Abdul Ballout, der im Zusammenhang mit dem Terroranschlag auf die Christopher Street Day-Parade am vergangenen Wochenende dringend tatverdächtig ist.

Polizeieinsatz in Berlin-Spandau: Durchsuchung einer Gartenlaube

Gegen 18:30 Uhr rückte ein Großaufgebot der Polizei in die Kleingartenkolonie „Am langen Weg“ aus. Nach BILD-Informationen waren sowohl Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) als auch Kräfte der Spezialeinheit GSG 9 vor Ort. Die Einsatzkräfte umstellten die Parzelle und drangen gewaltsam in die Gartenlaube ein. Nachbarn berichteten von einem lauten Knall, vermutlich von einer Sprengladung zur Türöffnung. Ob Abdul Ballout bei der Aktion festgenommen werden konnte, ist derzeit noch offen. Die Polizei hält sich mit Details zurück, lediglich ein Sprecher bestätigte: „Es gibt einen polizeilichen Einsatz im Zusammenhang mit der Fahndung nach dem Tatverdächtigen. Weitere Angaben werden im Laufe des Abends erwartet.“

Hintergrund: Der CSD-Anschlag und die Flucht des Tatverdächtigen

Der Anschlag ereignete sich am Samstagnachmittag während der CSD-Parade in Berlin-Mitte. Ein Mann fuhr mit einem geliehenen Kleintransporter in die Menschenmenge an der Kreuzung Ebertstraße/Schellingstraße. Nach jüngsten Angaben der Behörden starben vier Menschen, mehr als 30 wurden verletzt, viele davon schwer. Der Fahrer flüchtete zu Fuß und konnte zunächst unerkannt entkommen. Noch am Abend identifizierten Ermittler den 21-jährigen Abdul Ballout als dringend tatverdächtig. Er ist deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft und polizeibekannt wegen kleinerer Delikte. Die Sicherheitsbehörden stufen ihn als islamistischen Gefährder ein. Seit der Tat läuft eine großangelegte Fahndung mit bundesweiten Kontrollen und der Auswertung von Überwachungsvideos.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Suche nach Abdul Ballout: Grenzkontrollen und Zeugenhinweise

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Ein Fahndungsfoto zeigt Ballout mit kurzen dunklen Haaren, einem Bart und einem rötlichen Kapuzenpullover. Er soll sich in Berlin oder dem Brandenburger Umland aufhalten. In den vergangenen Stunden wurden verstärkte Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien durchgeführt. Auch der Hauptbahnhof und der Flughafen BER wurden durchkämmt. Die Polizeigewerkschaft forderte zudem eine Verschärfung der Datenschutzgesetze, um solche Taten künftig besser verhindern zu können. Der Einsatz in der Spandauer Gartenlaube zeigt, dass die Ermittler konkrete Hinweise erhalten haben – möglicherweise durch einen Zeugen oder eine technische Ortung.

Auswirkungen und politische Reaktionen

Der CSD-Anschlag hat bundesweit Entsetzen ausgelöst. Am Vorabend versammelten sich Tausende am Brandenburger Tor, um der Opfer zu gedenken. Bundesinnenministerin Nancy Faeser kündigte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte bei Großveranstaltungen an. Der Berliner Innensenator forderte eine lückenlose Aufklärung. Die Opposition im Bundestag verlangt eine Sondersitzung des Innenausschusses. In den sozialen Medien wird heftig über mögliche Versäumnisse der Sicherheitsbehörden diskutiert. Die Polizei setzt alles daran, Abdul Ballout noch in dieser Nacht zu fassen. Die Durchsuchung der Gartenlaube könnte dabei der entscheidende Durchbruch gewesen sein – oder eine weitere Sackgasse in einer angespannten Großfahndung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration