Eine einzige Spur kann für den DNA-Analytiker Harald Brumm so eindeutig sein wie ein Geständnis. Doch auch die Täter haben dazugelernt und versuchen, die Kriminaltechnik auszutricksen. Ein Blick in die Welt der Gene zeigt: Der Kampf zwischen Ermittlern und Kriminellen wird immer raffinierter.
Die Arbeit im Labor
Im schmalen Labor schiebt sich der Schatten der Jalousien, bis es stockduster ist. Harald Brumm tritt im weißen Kittel, mit Haube und Mundschutz an die Arbeitsplatte. Jede Bewegung ist kontrolliert, um Kontaminationen zu vermeiden. Die DNA-Spuren, die hier untersucht werden, sind oft winzig – ein Haar, eine Speichelprobe, Hautschuppen. Für Brumm sind sie der Schlüssel zur Wahrheit.
Doch die Täter haben aufgeholt. Sie wissen, dass DNA-Spuren sie überführen können, und versuchen, die Techniken zu umgehen. Manche tragen Handschuhe, reinigen Tatorte gründlich oder verwenden Chlor. Andere hinterlassen absichtlich fremde DNA, um die Ermittler in die Irre zu führen. „Es gibt Fälle, in denen Täter versuchen, durch das Einbringen von Fremd-DNA eine falsche Fährte zu legen“, erklärt Brumm.
Die Gegenstrategien der Ermittler
Die Kriminaltechnik hat auf diese Taktiken reagiert. Moderne Analyseverfahren können selbst kleinste Mengen an DNA nachweisen und zwischen verschiedenen Profilen unterscheiden. „Wir können heute Mischspuren entwirren und sehen, ob mehrere Personen beteiligt waren“, sagt Brumm. Auch die Kontamination von Tatorten wird durch strenge Protokolle minimiert.
Dennoch bleibt der Wettlauf bestehen. „Die Täter werden immer kreativer“, so Brumm. „Aber wir sind ihnen immer einen Schritt voraus.“ Die DNA-Analyse sei ein mächtiges Werkzeug, das oft die entscheidende Wende in Ermittlungen bringe.
Die Bedeutung der DNA-Spur
Für Harald Brumm ist jede Spur ein Puzzle. „Manchmal reicht eine einzige Zelle, um einen Täter zu überführen“, sagt er. Die Arbeit sei akribisch, aber die Erfolge geben ihm recht. In vielen Fällen habe die DNA-Analyse dazu beigetragen, Verbrechen aufzuklären, die Jahre zurücklagen.
Die Zukunft der Kriminaltechnik liegt in der noch präziseren Analyse. Neue Methoden wie die Sequenzierung des gesamten Genoms könnten noch mehr Informationen liefern. Doch Brumm warnt: „Mit großer Macht kommt große Verantwortung. Der Datenschutz muss immer gewahrt bleiben.“



