DNA-Reihenuntersuchung nach Pflastersteinwurf auf Polizeiwagen in Kiel
DNA-Test nach Steinwurf auf Polizeiauto in Kiel

Nach dem Wurf eines Pflastersteins aus dem 26-geschossigen Hochhaus „Weißer Riese“ in Kiel-Mettenhof auf einen Streifenwagen hat die Polizei eine DNA-Reihenuntersuchung angeordnet. Seit Dienstagmorgen nehmen Einsatzkräfte Speichelproben von den Bewohnern des Gebäudes. Die Staatsanwaltschaft Kiel bewertet den Vorfall als versuchtes Tötungsdelikt.

Hintergrund der Tat

In der Nacht zum 2. Juli warf ein unbekannter Täter einen Pflasterstein auf einen Polizeiwagen. Der Stein durchschlug die Frontscheibe und traf eine 25-jährige Polizeibeamtin auf dem Beifahrersitz an der Hand und am Sprunggelenk. Sie ist seitdem nicht mehr dienstfähig. Ihr 59-jähriger Kollege blieb unverletzt.

An dem Pflasterstein sicherten Ermittler DNA-Spuren. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Kiel die Reihenuntersuchung an. Betroffen sind alle Bewohner des Hochhauses, die dort amtlich gemeldet sind oder tatsächlich wohnen und zum Tatzeitpunkt das 14. Lebensjahr vollendet haben. Insgesamt leben mehr als 250 Menschen in dem Gebäude.

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Ablauf der DNA-Tests

Die Polizei Kiel richtete in dem Hochhaus eine Probenahmestelle ein. Die Bewohner werden einzeln aufgerufen und geben unter Aufsicht Speichelproben ab. Die Proben werden anschließend im Labor analysiert und mit den Spuren am Pflasterstein verglichen. „Wir hoffen, durch die Reihenuntersuchung den Täter zu identifizieren“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Aktion ist auf mehrere Tage angelegt. Bewohner, die nicht zu Hause angetroffen werden, werden schriftlich zur Probenabgabe aufgefordert. Die Polizei betont, dass die Maßnahme rechtmäßig sei und nur auf freiwilliger Basis erfolge, aber bei Verweigerung Zwangsmittel angedroht werden könnten.

Rechtliche Einordnung

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt wegen versuchten Totschlags. Die DNA-Reihenuntersuchung ist ein seltenes Mittel, das nur bei schweren Straftaten und auf richterliche Anordnung hin eingesetzt wird. „Die Schwere der Tat und die Gefährdung von Polizeibeamten rechtfertigen diesen Eingriff in die Privatsphäre“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Fall hat in Kiel für Aufsehen gesorgt. Das Hochhaus „Weißer Riese“ ist bekannt für soziale Probleme. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, Hinweise zu geben. Die Ermittlungen dauern an.

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