Frankreich: Ehemann gesteht nach Urteil und führt Polizei zu Leiche von Delphine Jubillar
Ehemann führt Polizei zu Leiche von Delphine Jubillar

Fünfeinhalb Jahre nach dem Verschwinden der Französin Delphine Jubillar und neun Monate nach der Verurteilung ihres Ehemannes in einem aufsehenerregenden Mordprozess ist die Leiche der Frau gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft von Toulouse erklärte am Sonntag, dass kürzlich gefundene Knochen durch DNA-Tests der 33-jährigen Krankenschwester zugeordnet werden konnten.

Der Fall Delphine Jubillar: Ein jahrelanges Rätsel

Die damals 33-jährige Delphine Jubillar verschwand im Dezember 2020 im südfranzösischen Dorf Cagnac-les-Mines nahe Albi. Ihr Mann Cédric Jubillar meldete sie selbst bei der Polizei als vermisst und gab an, dass sie sich in einem einvernehmlichen Scheidungsverfahren befänden. Die Ermittlungen ergaben jedoch ein stark belastetes Verhältnis. Nach Zeugenaussagen hatte Cédric Jubillar mehrfach gedroht, seine Frau zu töten. Diese hatte mit einem anderen Mann ein neues Leben beginnen wollen. Es wurden jedoch keine Spuren eines Gewaltverbrechens gefunden, lediglich die zerbrochene Brille der jungen Frau. Eine Leiche blieb unauffindbar.

Verurteilung ohne Leiche: 30 Jahre Haft

Trotz des Fehlens einer Leiche wurde Cédric Jubillar der Prozess gemacht. Er beteuerte vor Gericht stets seine Unschuld. „Ich habe ihr gar nichts getan“, sagte er noch kurz vor der Urteilsverkündung über die Mutter seiner beiden Kinder. Im vergangenen Oktober wurde der 38-Jährige zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil basierte auf Indizien, darunter die Drohungen und die angespannte Ehesituation.

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Spektakuläre Wende: Geständnis und Leichenfund

Anfang Juli räumte Jubillar in einer spektakulären Wendung ein, für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich zu sein. Er teilte den Ermittlern auch mit, wo er den Leichnam vergraben hatte: in einem Feld am Rande eines Waldes, rund zehn Kilometer vom Haus der Familie entfernt. Die Polizei konnte die sterblichen Überreste daraufhin sicherstellen und durch DNA-Tests identifizieren.

Mögliche Strafmilderung durch Kooperation?

Jubillar hat Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt. Möglicherweise hofft er auf eine mildere Strafe, wenn er mit den Ermittlern kooperiert. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob das Geständnis und die Hilfe bei der Leichensuche Auswirkungen auf das laufende Berufungsverfahren haben könnten. Der Fall bleibt damit juristisch weiterhin offen.

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