Ex-Jugendtrainer missbraucht Kinder mit „Blinde-Kuh-Trick“ – 39 Fälle angeklagt
Ex-Jugendtrainer: 39 Fälle sexuellen Missbrauchs

Am Landgericht Bochum begann der Prozess gegen den ehemaligen Jugendtrainer Peter S. (27). Ihm wird vorgeworfen, mindestens 14 Kinder und Jugendliche in 39 Fällen sexuell missbraucht und teilweise vergewaltigt zu haben. Ursprünglich sollte die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, doch die Richterin ließ aufgrund des öffentlichen Interesses Journalisten zu.

Hinterhältige Methode: „Blinde-Kuh-Trick“ und falscher Krafttest

Laut Anklage nutzte Peter S. die Hilflosigkeit seiner Opfer aus. Kindern aus seiner Bambini-Mannschaft (6–7 Jahre) sagte er, sie müssten einen Krafttest mit den Händen bestehen, um einen Spielerpass zu erhalten. Sonst dürften sie nicht mitspielen. Dabei kam es zu Übergriffen. Bei anderen Taten verband er den Kindern die Augen und behauptete, sie würden „Blinde Kuh“ spielen. Auch dabei missbrauchte er die Kinder. Seine Taten filmte er mit dem Handy.

Frühe Taten und Geständnis

Bereits im Alter von 14 Jahren begann er mit Missbrauchstaten an Freunden seines kleinen Bruders. Als er auf einen dreijährigen Jungen aufpassen sollte, missbrauchte er ihn mehrfach, unter anderem mit verbundenen Augen. Die Beweislage war erdrückend, da die Ermittler das Videomaterial bei einer Durchsuchung seiner Wohnung sicherstellten. Daraufhin gestand Peter S. die Taten bei der Polizei. Sein Verteidiger Stephan Schultz sagte gegenüber BILD: „Er hat aber auch gestanden, um den Opfern eine Aussage vor Gericht zu ersparen. Er bereut das sehr, wenigstens davon wollte er sie befreien.“

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Eltern der Opfer als Nebenkläger abgewiesen

Seit Januar sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft, da Staatsanwaltschaft und Haftrichter befürchteten, er könne sich weitere Opfer suchen. Er missbrauchte laut Anklage auch ein kleines Mädchen aus der Nachbarschaft, mit dessen Vater er seit der Jugend befreundet war. Die Eltern sind fassungslos, dass sie nicht als Nebenkläger zugelassen wurden. Das Gericht begründete dies mit fehlenden erheblichen Schäden bei den Opfern. Die Mutter sagte weinend: „Das ist völlig unbegreiflich, mein Kind macht man so noch mal zum Opfer. Meine Kleinen wollten sich lange nicht mehr anfassen lassen, können immer noch nicht alleine einschlafen, haben Angst vor ihrem eigenen Zimmer und der Dunkelheit. Und das sollen dann keine schwerwiegenden Folgen für die Opfer sein?“ Der Vater ergänzte: „Er hat sich in unser Vertrauen eingeschlichen und unsere Familie von innen zur Explosion gebracht, das ist das Schrecklichste, was uns passieren konnte.“ Die Angehörigen vermuten eine hohe Dunkelziffer weiterer Opfer, da Peter S. auch Schulbusse fuhr und einen großen Bekanntenkreis mit kleinen Kindern hatte.

Prozess wird fortgesetzt

Der Prozess wird am 21. Juli fortgesetzt. Dann will der Angeklagte umfassend aussagen.

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