Polizei fahndet mit Foto nach Zeugen: Unterlassene Hilfeleistung am Bahnhof Warnemünde
Fahndung nach unterlassener Hilfeleistung in Warnemünde

Die Polizei fahndet mit einem Überwachungsfoto nach zwei Personen, die einer suizidalen Frau am S-Bahnhof Warnemünde nicht geholfen haben. Das Paar, eine ältere Frau und ein älterer Mann, soll die Szene am 7. Mai 2026 gegen 12.20 Uhr beobachtet und den Bahnsteig anschließend untätig verlassen haben, ohne Hilfe zu leisten. Wenige Minuten später fuhr die S-Bahn los, die Frau starb.

Vorfall am Bahnsteig 2

Laut Polizei hatte sich die Frau in suizidaler Absicht unter eine am Bahnsteig 2 stehende S-Bahn begeben und sich auf das Gleisbett gelegt. Die beiden Unbekannten, die Arm in Arm am Bahnsteig entlanggingen, sollen dies beobachtet haben. Statt einzugreifen oder Hilfe zu rufen, verließen sie den Bahnhof. Die Polizei wertet dies als unterlassene Hilfeleistung gemäß Paragraf 323c Strafgesetzbuch, der mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann.

Fahndung und Hinweise

Die Ermittler veröffentlichten ein Foto der Überwachungskamera, das die beiden Gesuchten zeigt. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Die Behörde hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Identität der Personen zu klären. Bislang ist unklar, warum sie nicht halfen. Die Polizei betont, dass bereits das Unterlassen eines Notrufs strafbar ist.

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Hintergrund und Prävention

Der Vorfall wirft Fragen zur Zivilcourage und zur Suizidprävention auf. Experten raten, bei Anzeichen einer suizidalen Absicht sofort Hilfe zu holen, etwa die Polizei oder die Deutsche Bahn-Sicherheit. Die Bundespolizei weist darauf hin, dass Bahnanlagen gefährlich sind und jeder Aufenthalt im Gleisbereich lebensbedrohlich ist. Die Suche nach den beiden Gesuchten läuft weiter.

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