Fall Fabian: Vater bricht Schweigen und verteidigt angeklagte Stiefmutter
Fall Fabian: Vater verteidigt Stiefmutter

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat sich dessen Vater Matthias R. erstmals öffentlich geäußert. In einem Social-Media-Post stellte er sich hinter die angeklagte Stiefmutter Gina H. und äußerte Zweifel an den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Die Behörde wirft der 35-Jährigen vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 aus Eifersucht getötet zu haben.

Vater betont Liebe des Sohnes zur Angeklagten

Matthias R. schrieb, dass sein Sohn Fabian Gina H. „genauso geliebt“ habe wie seine leibliche Mutter und ihn selbst. Er könne nicht glauben, dass die Frau, die er erneut als Partnerin an seiner Seite hat, zu einer solchen Tat fähig gewesen sein soll. „Niemand weiß, wie es wirklich in mir aussieht“, erklärte der 35-Jährige, der den Verlust seines Sohnes als „unbeschreiblich“ beschreibt.

Der Anwalt von Gina H., Thomas Löcker, bestätigte der „Bild“-Zeitung die Echtheit des Posts. Er habe den Vater jedoch nicht bei der Formulierung beraten. Löcker vertritt die Angeklagte vor dem Landgericht Rostock, wo der Prozess seit Ende Juni läuft.

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Zweifel an der Beweislage

Matthias R. kritisierte in seinem Statement die Arbeit der Staatsanwaltschaft. Er bemängelte, dass nicht allen Spuren konsequent nachgegangen worden sei. So könnten auch andere Fahrzeuge in der Region ähnliche Reifenspuren hinterlassen haben wie der Pick-up-Truck der Angeklagten. Die Indizienkette sei „lückenhaft“. Zudem könnten selbst Sachverständige nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, ob bestimmte Spuren tatsächlich Gina H. zuzuordnen seien.

Die Staatsanwaltschaft Rostock geht davon aus, dass Gina H. Fabian aus dem Haus lockte, ihn erstach und seine Leiche in Teilen verbrannte. Als Motiv nennt sie Eifersucht. Matthias R. hingegen betont die Unschuldsvermutung: „Bis zur Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.“

Ermittlungen gegen den Vater

Die Aussagen des Vaters haben bereits rechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Matthias R. ein – wegen des Verdachts der Falschaussage vor Gericht. Er hatte zu Prozessbeginn ausgesagt und steht nun selbst unter Beobachtung der Justiz.

Der Prozess gegen Gina H. wird fortgesetzt. Die Angeklagte selbst will laut ihrem Anwalt im August eine Aussage machen. Bis dahin bleibt die Frage nach der wahren Todesursache des kleinen Fabian offen – während der Vater öffentlich für die Unschuld seiner Partnerin kämpft.

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