Tour de France: Lipowitz will im Schatten von Evenepoel glänzen
Tour: Lipowitz will im Schatten von Evenepoel glänzen

Florian Lipowitz startet bei der 113. Tour de France als Co-Kapitän neben dem belgischen Superstar Remco Evenepoel. Der 25-Jährige, der im Vorjahr sensationell den dritten Gesamtrang belegte, sieht in der ungleichen Doppelspitze beim deutschen Red-Bull-Team vor allem Vorteile. „Das ist sogar für mich gut, dass ich mich ein bisschen aus dem Vordergrund zurückhalten und einfach so wie letztes Jahr mein Ding machen kann“, sagte Lipowitz der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start des weltweit größten Radsport-Events.

Lipowitz und Evenepoel: Gegensätze als Stärke

Der zurückhaltende Ex-Biathlet Lipowitz und der draufgängerische, meinungsstarke Evenepoel könnten unterschiedlicher nicht sein. Dennoch glaubt Lipowitz an eine gute Ergänzung: „Ich glaube, dass wir uns ganz gut ergänzen und dass wir beide einfach voneinander auch profitieren können.“ Die Doppelspitze nehme viel Druck. In der Vorbereitung absolvierten beide zwar nicht viele gemeinsame Rennen – ein Höhentrainingslager wurde durch Lipowitz' gesundheitliche Ausfälle getrübt – doch bei der Katalonien-Rundfahrt half Evenepoel aktiv mit, Lipowitz den dritten Rang zu sichern. „Das war nie eine Frage. Natürlich werde ich zurückstehen, wenn Florian stärker ist“, beteuerte Evenepoel.

Teamchef setzt auf klare Rollen

Red-Bull-Teamchef Ralph Denk betonte in einer Medienrunde, dass die Rollenverteilung klar sei: „Nach wie vor ist Remco schon der Frontmann und Florian so ein bisschen der Wingman.“ Evenepoel soll die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während Lipowitz, der nach seiner Debüt-Tour mit dem öffentlichen Interesse kämpfte, im Hintergrund arbeiten kann. „Dieses Jahr war speziell, weil ich nach der Tour einen leichten Durchhänger hatte. Mir ging es nicht ganz so gut, vor allem weil auch für mich der ganze Trubel ein bisschen too much war“, gestand Lipowitz.

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Starke Frühjahrssaison als Mutmacher

Trotz der Anlaufschwierigkeiten lief das Frühjahr für den in Laichingen geborenen Senkrechtstarter hervorragend: Dritter bei der Katalonien-Rundfahrt, jeweils Zweiter im Baskenland und bei der Tour de Romandie. Zuletzt gewann er die Slowenien-Rundfahrt, die allerdings nicht prominent besetzt war. Das Team schickte ihn bewusst dorthin, um ihm eine ruhige Vorbereitung fernab der großen Medien zu ermöglichen. „Katalonien habe mir gezeigt, dass Selbstvertrauen und Leistungsfähigkeit zurück waren“, sagte Lipowitz.

Herausforderung Podium: Pogacar und Vingegaard auf anderem Level

Seine größten Konkurrenten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard fehlten in Slowenien. Lipowitz ist sich der Übermacht der beiden Top-Stars bewusst: „Jonas und Pogacar fahren definitiv noch auf einem anderen Level.“ Dennoch zeigte er bei der Romandie, dass er mithalten kann: Er attackierte Pogacar und lag nur 42 Sekunden hinter dem slowenischen Ausnahmeathleten, der seinen fünften Tour-Erfolg anpeilt. „Das Podium wird dieses Jahr super hart“, prognostizierte Lipowitz. Neben Pogacar und Vingegaard hat er im französischen Supertalent Paul Seixas einen weiteren direkten Konkurrenten.

Privatsphäre als Luxus

Anders als Pogacar wird Lipowitz im Alltag noch nicht ständig erkannt. „Auf dem Rad kommt man nicht mehr drumherum, dass man hin und wieder erkannt wird“, sagte er. Aber „ich kann noch durch die Stadt laufen, ohne groß erkannt zu werden, was ich auch ganz genieße“, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu.

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