Fünf Jahre Haft für Berliner Lehrer nach sexuellem Missbrauch
Fünf Jahre Haft für Berliner Lehrer nach Missbrauch

Ex-Lehrer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt

Ein ehemaliger Lehrer aus Berlin ist am Freitag vom Landgericht Berlin zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Er hatte mehrere Schülerinnen sexuell missbraucht und eine von ihnen vergewaltigt. Der Vorsitzende Richter erklärte in der zweieinhalbstündigen Urteilsbegründung, der Angeklagte Dennis W. habe zwischen 2016 und 2020 an verschiedenen Berliner Schulen seine Autoritätsstellung als Lehrer ausgenutzt, „um seine sexuellen Triebe zu befriedigen“.

Systematisches Vorgehen des Lehrers

Der Richter beschrieb ein „Schema“, das W. wiederholt angewandt habe. Er habe gezielt Kontakt zu Schülerinnen aus schwierigen familiären und sozialen Verhältnissen gesucht. Was zunächst als harmlose private Hilfestellung erschien, habe er nach und nach in den privaten und später intimen Bereich verlagert. Die sexuellen Handlungen fanden in einer Gartenlaube in Weißensee statt. Der Geschlechtsverkehr mit den damals 15 bis 17 Jahre alten Schülerinnen erfolgte unter Ausnutzung seiner Autoritäts- und Vertrauensstellung.

Verurteilung wegen Vergewaltigung und Missbrauch

Das Gericht verurteilte W. wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 19 Fällen – davon 16 Fälle in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Jugendlichen – sowie wegen Besitzes jugendpornografischer Inhalte. W. hatte den Geschlechtsverkehr mit einer Schülerin aufgezeichnet und das Video in seiner Wohnung gespeichert. Die Festplatte wurde bei einer Hausdurchsuchung im September 2022 gefunden. Die betroffene Schülerin wusste nach eigenen Angaben nichts von der Aufzeichnung.

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Kritik an der Schulaufsicht

Der Fall wirft auch Fragen zum Handeln der Schulaufsicht auf. Bereits 2016 war bekannt geworden, dass W. sich einer Schülerin auf verbotene Weise genähert hatte. Ein auf einer Klassenfahrt aufgeflogener Chat zwischen Lehrer und Schülerin wurde von der Schulaufsicht nicht ernst genommen. Die Angelegenheit wurde kurz darauf für erledigt erklärt, und die Schülerin musste den Chat von ihrem Handy löschen. Zehn Jahre später wurde W. verurteilt.

Betroffene äußert sich zum Urteil

Morea Cvirka, die eigenen Angaben zufolge mehr als 40 Mal von W. sexuell missbraucht wurde, wohnte der Urteilsverkündung bei. Sie zeigte sich zwiegespalten: Einerseits sei sie erleichtert, dass es nicht zu einem Freispruch oder einer Bewährungsstrafe gekommen sei. Andererseits habe sie „ein ungutes Gefühl“, da nicht alle Fälle eingeflossen seien und die Darstellung der Ereignisse nicht der Wahrheit entsprochen habe. Dennoch sei sie froh, dass es vorbei sei und er keine weiteren Mädchen missbrauchen könne. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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