Am heutigen Montag hat vor dem Landgericht Wuppertal der Prozess gegen einen 43-jährigen Mann begonnen, der verdächtigt wird, in Remscheid ein geheimes Waffenlager mit Kriegswaffen unterhalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg Waffen und Munition gehortet zu haben, darunter auch solche, die als Kriegswaffen eingestuft sind.
Umfang des Waffenlagers
Bei einer Durchsuchung im Mai 2023 waren die Ermittler auf das Arsenal gestoßen. Insgesamt wurden mehr als 100 Waffen sichergestellt, darunter Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Granaten. Zudem fanden die Beamten tausende Schuss Munition. Der Wert der Waffen wird auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt. Laut Anklage soll der Mann die Waffen über das Darknet beschafft haben.
Vorwürfe der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vor. Zudem wird ihm vorgeworfen, die Waffen nicht nur besessen, sondern auch teilweise weiterverkauft zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann Teil eines internationalen Waffenhandelsnetzwerks war. „Der Angeklagte hat systematisch ein Waffenlager aufgebaut, das potenziell für schwere Straftaten hätte genutzt werden können“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Verteidigung des Angeklagten
Der Angeklagte, ein gelernter Elektriker, zeigte sich vor Gericht geständig. Sein Verteidiger erklärte, sein Mandant habe die Waffen aus Leidenschaft gesammelt und nie die Absicht gehabt, sie für Straftaten zu verwenden. „Er ist ein Waffennarr, aber kein Krimineller“, so der Anwalt. Der Angeklagte selbst gab an, die Waffen über Jahre hinweg auf Flohmärkten und im Internet erworben zu haben.
Rechtliche Einordnung
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Problematik des illegalen Waffenbesitzes in Deutschland. Laut dem Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2023 über 2.000 illegale Waffen sichergestellt. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Experten fordern strengere Kontrollen und eine bessere Überwachung des Darknets, wo der illegale Waffenhandel blüht.
Der Prozess ist auf mehrere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe.



