Deutschland verliert bei Zukunftstechnologien: IW-Studie zeigt Patentrückgang
Deutschland verliert bei Zukunftstechnologien

Deutschland verliert bei Patentanmeldungen in Zukunftstechnologien massiv an Boden. Zwischen 2000 und 2022 fiel der Weltmarktanteil an international gültigen Patenten von 21,9 auf 15 Prozent. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Während die Anmeldungen weltweit um durchschnittlich 2,2 Prozent pro Jahr stiegen, wuchsen sie in Deutschland nur um 0,4 Prozent – so wenig wie in keinem anderen Industrieland.

Rückstand bei Digitalisierung, KI und Quantencomputing

Besonders deutlich wird der Rückstand bei Digitalisierungstechnologie, Cybersecurity, Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz (KI), Bio- und Nanotechnologie. In diesen Feldern meldet Deutschland immer weniger Patente an. Führend ist die Bundesrepublik hingegen bei Auto- und Verbrennerpatenten – also in Bereichen, die nicht mehr als Zukunftsthemen gelten.

ifo-Präsident warnt vor Midtech-Falle

Der ifo-Präsident Clemens Fuest beschreibt diese Entwicklung als Midtech-Falle: Eine Volkswirtschaft perfektioniert immer weiter, worin sie führend ist – übersieht aber, dass die Bedeutung dieser Felder abnimmt, weil dort keine großen Sprünge mehr möglich sind. Fuests Rezept lautet: Fokus auf bahnbrechende Innovationen, weniger Bürokratie bei Forschungsgeldern und schnellere Zyklen.

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Bedeutung für den Wirtschaftsstandort

In einer ausgereiften Volkswirtschaft sind die Innovationen von heute das Wirtschaftswachstum von morgen. Sollte dieser Zusammenhang weiterhin gelten, droht Deutschland langfristig ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Die Studie des IW unterstreicht die Dringlichkeit, die Forschungsförderung zu reformieren und den Fokus stärker auf disruptive Technologien zu legen.

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