Hauseinsturz Görlitz: Zwei Tatverdächtige festgenommen
Hauseinsturz Görlitz: Zwei Tatverdächtige in Haft

Hauseinsturz in Görlitz: Polizei nimmt zwei Tatverdächtige fest

Nach dem verheerenden Hauseinsturz in der sächsischen Stadt Görlitz, bei dem Mitte Mai drei Menschen ums Leben kamen, hat die Polizei nun zwei Tatverdächtige verhaftet. Die Männer im Alter von 27 und 33 Jahren stehen im Verdacht, als Metalldiebe Rohrleitungen in dem Gebäude beschädigt und dadurch eine Gasexplosion ausgelöst zu haben. Dies teilte der Pressesprecher der Görlitzer Polizei, Kai Siebenäuger, in der MDR-Sendung Kripo live mit.

Die Ermittler werfen den beiden Männern vor, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung begangen zu haben. Siebenäuger präzisierte, dass der Begriff Sprengstoff im rechtlichen Sinne weit gefasst sei: Jede plötzliche Ausdehnung von Gasen oder Dämpfen, die eine zerstörerische Kraftentfaltung bewirkt, erfülle den Tatbestand. Es komme also auf den physikalischen Vorgang der Explosion an, nicht auf das verwendete Material.

Hintergründe der Tat

Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 27-jährigen polnischen Staatsbürger und einen 33-jährigen Afghanen. Beide befanden sich bereits aus anderen Gründen in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge sollen die Männer am Nachmittag des Unglückstags, dem 18. Mai, in der Straße, in der das Haus stand, nach Diebesgut gesucht haben. Insbesondere hätten sie es auf Fahrräder, Schrott sowie Kupferleitungen und Buntmetall abgesehen gehabt. Sie sollen in das später eingestürzte Gebäude gelangt sein, wobei die genauen Umstände noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind.

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Die Polizei bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe: Zeugen, die die beiden Tatverdächtigen am 18. Mai in der Nähe des Unglücksorts gesehen haben, werden gebeten, sich zu melden. Die Ermittler hoffen, so weitere Details zum Tathergang rekonstruieren zu können.

Die Opfer des Unglücks

Bei dem Unglück kamen zwei Touristinnen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren ums Leben. Ein 48-jähriger Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsbürgerschaft erlag ebenfalls seinen Verletzungen. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei und Rettungshundestaffeln waren tagelang im Einsatz, um die drei Vermissten zu bergen. Teilweise arbeiteten sie sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch die Trümmer, um die Opfer zu finden.

Die Ermittlungen zu der genauen Ursache der Explosion und zum Hergang des Unglücks dauern weiter an. Die Behörden haben die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen. Die Festnahme der beiden Tatverdächtigen ist ein erster wichtiger Schritt zur Aufklärung der Tragödie.

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