Das Landgericht Dortmund hat Florian L. (21) am Dienstag zu acht Jahren und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt. Der Angeklagte hatte im Dezember 2025 nachts in Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) eine 26-jährige Frau und ihre vier Kinder mit einem Messer attackiert. Die Tat ereignete sich gegen 5 Uhr morgens, als der enge Freund der Familie plötzlich auf der Matratze der Mutter hockte und zustach.
Die Tatnacht: Ein Albtraum wird Realität
Dilara O. (26) und ihre Kinder – drei Söhne im Alter von 3, 5 und 7 Jahren sowie eine 8-jährige Tochter – wurden alle schwer verletzt. Die Mutter erwachte erst, als Florian L. sie mit Fäusten schlug und dann mit einem Messer attackierte. Anschließend lief er in die Kinderzimmer. „Sie haben geschrien wie noch nie, das war schrecklich“, schilderte Dilara O. vor Gericht. Die Kinder leiden seither unter schweren Angstzuständen und können nachts oft nicht schlafen. „Ich erschrecke mich dann immer total“, so die Mutter.
Die Folgen: Narben und Lähmungen
Die Mutter kann ihre Hand nur noch eingeschränkt nutzen. Die Kinder tragen Narben davon, einige leiden unter Gesichtslähmungen. Die Familie erhielt im Prozess keine Antwort auf die Frage nach dem Tatmotiv. Florian L. schwieg zu den Vorwürfen und grinste mehrfach im Gerichtssaal – ähnlich wie auf dem Fahndungsfoto der Polizei. „Ich kenne meine Rechte“, sagte der gescheiterte Fliesenleger lediglich.
Die juristische Bewertung
Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft gefordert und sah ein planvolles Vorgehen. Die Verteidigung plädierte auf verminderte Schuldfähigkeit. Ein Gutachten ergab, dass Florian L. unter dem Einfluss von Kokainresten, Marihuana und Alkohol stand. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags zu einer Jugendstrafe, wobei es von verminderter Schuldfähigkeit ausging. Verteidiger Jan Allendorf hält seinen Mandanten für „ganz erheblich schuldunfähig“.
Die Opfer und die Gesellschaft
Die Tat ereignete sich in einem Wohnkomplex in Bergkamen. Die Familie kannte den Täter als engen Freund. Nach der Tat floh Florian L., wurde aber von der Polizei gefasst. Die Verurteilung sorgt für Diskussionen über den Umgang mit Drogenkonsum und Jugendstrafen. Die Opfer müssen weiterhin mit den psychischen und physischen Folgen leben.



