Frankreich: Lebenslange Haft für deutschen „Maskenmann“ gefordert
Lebenslange Haft für deutschen „Maskenmann“ gefordert

Anklage fordert lebenslange Haft für deutschen „Maskenmann“ in Frankreich

Im Prozess um den Mord an dem zehnjährigen Jonathan in Nantes hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den aus Deutschland stammenden Angeklagten Martin N. gefordert. Der 55-Jährige, der in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilt wurde, muss sich vor dem Schwurgericht im westfranzösischen Nantes verantworten. Die Tat ereignete sich im April 2004, als Jonathan aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins entführt wurde. Seine Leiche wurde Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt gefunden.

Generalstaatsanwältin: „Keinerlei Zweifel an Schuld“

Die Generalstaatsanwältin betonte laut einem Bericht der Zeitung „Le Figaro“: „Die gegen Jonathan begangenen Taten verdienen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass er schuldig ist.“ Der aus Bremen stammende Angeklagte hatte im Prozess mehrfach jede Beteiligung am Tod des Jungen bestritten und erklärt: „Ich habe das nicht getan.“

Hintergrund: „Maskenmann“ in Deutschland verurteilt

In Deutschland war Martin N., bekannt als „Maskenmann“, für eine Serie von Verbrechen an Jungen verantwortlich. Zwischen 1992 und 2001 drang der gelernte Pädagoge nachts maskiert in Kinderzimmer in Norddeutschland ein, missbrauchte zahlreiche Jungen und tötete drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren. Im Jahr 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten Taten hatte er gestanden.

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Die französischen Ermittler prüften bereits seit 2008, ob der Deutsche auch für den Mord an Jonathan infrage kommt, da Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland bestanden. Allerdings wurden keine direkten Beweise wie DNA-Spuren gefunden.

Urteil am Abend erwartet

Am Nachmittag werden die Plädoyers der Verteidigung erwartet, bevor das Gericht am Abend sein Urteil verkündet. Der Fall hat sowohl in Frankreich als auch in Deutschland große mediale Aufmerksamkeit erregt.

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