Lebenslange Haft für Mörder von Maria Köhler nach 42 Jahren
Lebenslange Haft für Mörder von Maria Köhler

Das Landgericht Aschaffenburg hat den 67-jährigen Nazmi G. zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde schuldig gesprochen, seine Ex-Freundin Maria Köhler vor fast 42 Jahren ermordet zu haben. Die 19-jährige Krankenschwester war 1984 in einem Schwesternwohnheim erdrosselt worden. Der Angeklagte war erst im vergangenen Jahr in der Türkei aufgespürt und nach Deutschland ausgeliefert worden.

Oberstaatsanwalt: 40 Jahre Freiheit erschlichen

Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh sagte kurz vor der Urteilsverkündung: „Er hat sich 40 Jahre Freiheit erschlichen, die er nicht verdient hätte.“ Nazmi G. hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Zum Prozessauftakt erklärte er: „Ich wollte nur meine Sachen abholen, es kam zum Streit mit gegenseitigen Beleidigungen und Schlägen. Im Affekt habe ich ihren Schal zugezogen.“ Er beteuerte, es sei ohne Absicht geschehen, leide aber seit der Tat unter Gewissensbissen. Er forderte einen Freispruch wegen Verjährung.

Die Ermittlungen ergaben, dass G. nach seiner ersten Einreise nach Deutschland 1978 eine Scheinehe führte, um eine Abschiebung zu verhindern. Nach der Trennung wandte er sich der angehenden Krankenschwester Maria Köhler zu. Bundschuh erklärte: „Von einer Ehe erhoffte er sich eine Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis.“ Doch Maria verliebte sich in den US-Soldaten John A. und machte mit Nazmi G. Schluss.

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Aktenzeichen XY brachte den Durchbruch

Am Tattag lauerte er Maria vor dem Schwesternwohnheim auf. Nach dem Mord setzte er sich mit einem One-Way-Ticket nach Istanbul ab. 14 Jahre später kehrte er unter falschem Namen nach Aschaffenburg zurück. Erst eine Fahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ führte zu seiner Ergreifung. Marias Schwester Christine P. (68) sagte zu BILD: „Wir hoffen, dass der Prozess uns einen Abschluss ermöglicht. Einen Freispruch wegen Verjährung, das wollte ich mir gar nicht vorstellen.“

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