Das Oberlandesgericht München hat ein irakisches Ehepaar zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Angeklagten wurden der Versklavung und Vergewaltigung zweier jesidischer Mädchen im Irak und in Syrien für schuldig befunden. Der Prozess hatte knapp eineinhalb Jahre gedauert.
Urteil nach eineinhalb Jahren Prozessdauer
Das Gericht sprach das Urteil am Montag in München. Die beiden Angeklagten, ein Ehemann und seine Ehefrau, hatten die Mädchen über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg gefangen gehalten und missbraucht. Die Taten ereigneten sich in den Jahren 2014 und 2015 während der Herrschaft des Islamischen Staates (IS) in der Region.
Hintergrund der Verbrechen
Die jesidischen Mädchen wurden aus ihren Familien verschleppt und als Sklavinnen gehalten. Das Ehepaar nutzte die Machtverhältnisse im IS-Gebiet aus, um die Mädchen zu versklaven. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe gefordert, da die Taten als besonders schwerwiegend eingestuft wurden.
Bedeutung des Urteils
Das Urteil ist ein wichtiges Signal im Kampf gegen die Straflosigkeit von IS-Verbrechen. Es zeigt, dass Täter auch Jahre nach den Taten zur Rechenschaft gezogen werden können. Die Opfer und ihre Familien haben auf das Urteil mit Erleichterung reagiert.



