Oslo (Norwegen) – Tag 23 im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29) stand im Zeichen weiterer Zeugenaussagen. Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) soll am 4. August 2024 seine Freundin in deren Wohnung in Oslo attackiert und die Wohnung demoliert haben.
Ein Freund des Angeklagten schilderte den Drogenkonsum von Marius und seiner Ex-Freundin Nora Haukland (29). Demnach seien Partys eine Woche lang gegangen. Die Verteidigung fragte nach der Art der Drogen: „Es war ein weißes Pulver“, sagte der Zeuge. Marius hatte zuvor eingeräumt, über Jahre Kokain und Ketamin genommen zu haben.
Die Verteidigung versucht, die Reputation der mutmaßlichen Opfer zu beschädigen. Freunde von Marius behaupteten, Nora Haukland habe ihn für ihren Ruhm ausgenutzt und selbst viel Kokain konsumiert. Das andere mutmaßliche Opfer, die Frau aus dem Frogner-Viertel, habe Marius eifersüchtig gemacht, indem sie ihm von einem anderen Mann erzählte.
Eine Zeugin berichtete von einem Telefonat mit Marius nach einem Streit: „Ich hörte, dass er wieder drohte, sich das Leben zu nehmen, wenn er nicht mit seiner Freundin sprechen könnte.“ Eine Freundin des mutmaßlichen Opfers sagte aus, dass der Drogenkonsum von Marius und Nora in der Beziehung „explodiert“ sei.
Juliane Snekkestad, die von 2017 bis 2022 mit Marius zusammen war, denkt über eine Berufung nach. Die Polizei hatte ihr Verfahren wegen Verjährung und Beweisproblemen eingestellt. Nun prüft ein Anwalt, ob der Fall neu aufgerollt werden kann.
Ein Zeuge beschrieb Marius als „einen der kreativsten Menschen“ mit ADHS. Die Partnerinnen hätten extreme Stimmungsschwankungen gehabt. Nach der Attacke im August 2024 rief Marius den Zeugen an: „Er war furchtbar gestresst und schien unter Drogeneinfluss zu stehen.“ Das Gericht hat alle Zeugen für heute vernommen, Tag 23 endet damit.



