Messer ohne Blutspuren im Zentrum des Mordprozesses
Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian, der mit sechs Messerstichen getötet wurde, rückt ein unscheinbares Campingmesser erneut in den Fokus. Obwohl an dem Messer weder Blut noch DNA-Spuren gefunden wurden, ist die Anwältin der Nebenklage, Isabel Pfannkuche, überzeugt: Genau dieses Messer ist die Tatwaffe. Neue Zeugenaussagen zum plötzlichen Wiederauftauchen des Messers und zu den Bewegungen der Angeklagten auf dem Nachbargrundstück verschärfen die Zweifel am bisherigen Ermittlungsstand.
Moderne Methoden sollen Messer zum entscheidenden Beweis machen
Die Anwältin plant, das Messer mit modernen forensischen Methoden erneut untersuchen zu lassen. Dazu gehören unter anderem verbesserte DNA-Analysen und spezielle Verfahren zur Spurensicherung, die zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung noch nicht verfügbar waren. „Wir werden das Messer nicht als Tatwaffe abtun, nur weil die ersten Tests negativ waren“, sagte Pfannkuche. „Die Technik hat sich weiterentwickelt, und wir sind zuversichtlich, dass wir doch noch belastbare Spuren finden können.“
Neue Zeugenaussagen belasten Angeklagte
Parallel dazu sollen neue Zeugenaussagen den Fall neu aufrollen. Mehrere Personen hätten beobachtet, wie die Angeklagte sich am Tattag auffällig auf dem Nachbargrundstück verhalten habe. „Die Zeugen beschreiben Bewegungen, die mit dem Fundort des Messers korrespondieren“, erklärte die Anwältin. Diese Aussagen könnten die Theorie stützen, dass das Messer bewusst platziert wurde, um von der eigentlichen Tatwaffe abzulenken.
Prozess in Rostock: Zweifel an bisherigen Ermittlungen
Der Prozess vor dem Landgericht Rostock läuft bereits seit mehreren Monaten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen Tötung aus, doch die Nebenklage zweifelt die Beweisführung an. „Es gibt zu viele Ungereimtheiten“, so Pfannkuche. Insbesondere das Fehlen von Blutspuren am Messer sei auffällig, da die Verletzungen des Jungen tief und stark blutend waren. „Ein Messer, das sechs Mal in ein Kind gestochen wird, muss Spuren hinterlassen – wenn es denn die Tatwaffe ist.“
Ausblick auf den weiteren Prozessverlauf
Das Gericht hat der Bitte der Nebenklage auf erneute Untersuchung des Messers bereits stattgegeben. Die Ergebnisse der neuen Analysen werden in den kommenden Wochen erwartet. Sollten sie positiv ausfallen, könnte dies den Prozess maßgeblich beeinflussen. Die Anwältin zeigte sich optimistisch: „Wir werden nicht ruhen, bis die Wahrheit ans Licht kommt.“ Der Prozess wird fortgesetzt.



