Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem Abschluss
Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem Abschluss

Der Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette vor dem Landgericht Verden steht kurz vor dem Abschluss. Am kommenden Dienstag wird die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer halten. Die 67-Jährige war Ende 2024 nach mehr als 30 Jahren im Untergrund in einer Berliner Wohnung festgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft Klette versuchten Mord aus Habgier, schweren Raub als Mitglied einer Bande sowie unerlaubten Waffenbesitz vor. Sie soll gemeinsam mit den flüchtigen Ex-RAF-Mitgliedern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg von 1999 bis 2016 dreizehn Überfälle auf Geldtransporter und Kassenbüros in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein verübt haben. Klette soll dabei meist das Fluchtauto gefahren sein.

Das Trio ging nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitsteilig und äußerst konspirativ vor. Sie verkleideten sich mit Perücken und falschen Schnurrbärten, trugen Sturmhauben oder verdeckten ihre Gesichter mit Tüchern. Die Taten wurden genau geplant: Sie mieteten unter falschen Namen Fahrzeuge, spähten Tatorte aus und zeichneten sie. Auch die Beuteaufteilung wurde vorher besprochen.

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Fünf der angeklagten Raubüberfälle wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, da sie bei einer Verurteilung nicht wesentlich ins Gewicht fallen würden. Betroffen waren Überfälle in Northeim, Celle, Stade, Elmshorn und Löhne. Das Gericht wertet den bewaffneten Überfall in Stuhr bei Bremen im Juni 2015 nicht als Mordversuch, sondern geht von einem bedingten Tötungsvorsatz aus, von dem der Täter zurückgetreten sei.

In Klettes Wohnung wurden brisante Beweise sichergestellt, darunter eine Panzerfaust-Attrappe, ein Sturmgewehr, eine Maschinenpistole, ein Kilogramm Gold und mehr als 240.000 Euro Bargeld. Zudem fanden die Ermittler Fotos, Skizzen und Aufzeichnungen von ausspionierten Supermärkten und Polizeiwachen. Die Verteidigung räumt eine Beteiligung Klettes ein, bestreitet jedoch ihre Anwesenheit bei den Überfällen. Augenzeugen konnten die Täter nach vielen Jahren nicht eindeutig identifizieren. DNA-Mischspuren in Fluchtautos sollen Klette belasten, doch die Verteidigung zweifelt die Arbeit der Ermittler an.

Bei einer Verurteilung droht Klette eine mehrjährige Haftstrafe. Schwerer Raub wird mit mindestens drei Jahren, besonders schwerer Raub mit mindestens fünf Jahren bestraft.

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