Frankreich: Skelett einer vermissten Krankenschwester identifiziert – Ehemann gesteht Mord
Skelett einer vermissten Krankenschwester in Frankreich identifiziert

Der Fall einer vermissten Krankenschwester hat Frankreich über Jahre beschäftigt. Nun gibt es traurige Gewissheit: Die nach Hinweisen ihres inhaftierten Mannes in Mailhoc (Südfrankreich) ausgegrabenen Knochen sind die der Ende 2020 verschwundenen Frau. Das berichtete der Sender TF1 unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der Ehemann, der bereits im Oktober 2023 in einem Prozess ohne Leiche und Geständnis zu 30 Jahren Haft verurteilt worden war, legte kurz vor dem Berufungsprozess ein überraschendes Geständnis ab.

Fund der sterblichen Überreste und Geständnis

Der 39-jährige Mann hatte den Ermittlern den Ort verraten, an dem er die Leiche seiner Frau vergraben hatte. In der Ortschaft Mailhoc gruben Polizeibeamte daraufhin Skelettteile aus, die nun eindeutig der vermissten Krankenschwester zugeordnet werden konnten. Der Mann war bereits seit Oktober 2023 wegen Mordes verurteilt, hatte aber stets seine Unschuld beteuert und Berufung eingelegt. In einem Brief an seine Anwälte räumte er nun ein, für das Verschwinden seiner Frau verantwortlich zu sein. „Er wolle sein Gewissen erleichtern“, erklärten die Anwälte. Kommentatoren spekulierten hingegen über taktische Motive vor dem für September 2024 angesetzten Berufungsprozess. Im Polizeiverhör gestand der Mann schließlich, seine Frau im Streit getötet zu haben.

Verschwinden in der Scheidungsphase

Die damals 33-jährige Krankenschwester verschwand in einer Dezembernacht 2020 spurlos. Kurz nach 4 Uhr morgens meldete ihr Mann sie als vermisst. Das Paar, das zwei kleine Kinder hatte, befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Scheidungsphase. Die Ermittler suchten zunächst mit großem Aufwand nach der Frau, jedoch ohne Erfolg. Erst ein halbes Jahr später geriet der Ehemann aufgrund von Ungereimtheiten ins Visier der Fahnder.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Belastende Zeugenaussagen

Zwei Nachbarinnen gaben an, in der Nacht des Verschwindens die Schreie einer Frau gehört zu haben. Zudem berichteten Bekannte von Drohungen, die der Noch-Ehemann gegen seine Frau ausgesprochen haben soll. Ein ehemaliger Mitgefangener und eine zwischenzeitliche Freundin des Mannes sagten aus, er habe ihnen gegenüber erwähnt, seine Frau getötet zu haben. Diese Aussagen trugen maßgeblich zur Verurteilung bei.

Rechtliche Einordnung und Ausblick

Der Fall ist außergewöhnlich, da der Mann bereits ohne Leiche, Zeugen des Tathergangs und ohne Geständnis verurteilt wurde. Das Gericht sah die Indizienkette als ausreichend an. Mit dem Geständnis und dem Fund der sterblichen Überreste erhält der Fall eine neue Dimension. Der Berufungsprozess, der im September 2024 beginnen soll, wird nun voraussichtlich unter veränderten Vorzeichen stattfinden. Die Angehörigen der Getöteten erhoffen sich durch das Geständnis und die Identifizierung der Leiche zumindest eine gewisse Gewissheit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration