Sechs Menschen soll Fatih G. (45) am Montag in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade erschossen haben. Die Opfer – vier Frauen und zwei Männer – waren Mitarbeiter der Einrichtung und des Jugendamtes der Region Hannover. Laut einer Recherche des NDR kaufte der Tatverdächtige die Tatwaffe rund eine Woche vor der Bluttat in Berlin. Es handele sich um eine Beretta Modell 70, eine halbautomatische Pistole italienischer Produktion. Für die Waffe und 21 Schuss Munition zahlte er rund 4000 Euro. Den Kauf soll er am Kurfürstendamm getätigt haben.
Staatsanwaltschaft: Sechs Tote nach Hilfeplangespräch
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-Jährigen vor, am Montag gegen 12.00 Uhr bei einem sogenannten Hilfeplangespräch das Feuer eröffnet zu haben. „Infolgedessen verstarben insgesamt fünf der Opfer noch vor Ort, das sechste Opfer verstarb im Krankenhaus“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach der Tat floh Fatih G. in einem hochmotorisierten Mercedes-AMG, wurde jedoch später festgenommen. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Mögliches Motiv: Sorgerechtsstreit
Die Hintergründe der Tat werden von einer Mordkommission untersucht. Die Polizei Niedersachsen hat ein Portal eingerichtet, um Zeugenhinweise, Fotos und Videos zu sammeln. Hinter der Tat könnte ein Sorgerechtsstreit stecken. Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigte am Mittwoch ein familiengerichtliches Eilverfahren am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge. Das Gericht hatte angeordnet, dass die Kindsmutter und die drei Monate alte Tochter gemeinsam in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht werden sollen. Zudem entzog es den Eltern das Gesundheitsfürsorgerecht für das Kind. Beide Eltern legten Beschwerde ein; das Urteil des Oberlandesgerichts Celle steht noch aus.
Gedenken in Stade
In Stade gedachten Angehörige und Bürger der sechs getöteten Menschen. Die Stadt zeigte sich tief betroffen von der Tat, die die Region erschüttert hat. Die Ermittlungen dauern an.



