In der Nacht zum Samstag sorgte eine ungewöhnliche Stromspar-Methode einer 86-jährigen Frau aus Bad Kreuznach für einen größeren Polizeieinsatz. Eine besorgte Nachbarin hatte mehrfach Taschenlampenlicht im Nebenhaus bemerkt und sofort Einbrecher vermutet. Sie wählte den Notruf, woraufhin mehrere Polizeistreifen ausrückten.
Telefonische Aufklärung des Missverständnisses
Bevor die Beamten jedoch vor Ort eintrafen, gelang es ihnen, die Bewohnerin telefonisch zu erreichen. Die Seniorin klärte das Missverständnis schnell auf: Sie hatte kein Licht im Haus eingeschaltet, sondern nutzte eine Taschenlampe, um Strom zu sparen. „Ich mache nachts lieber die Taschenlampe an als das Deckenlicht“, erklärte sie den verblüfften Polizisten. Die Beamten konnten daraufhin die Einsatzfahrt abbrechen und die Nachbarin beruhigen.
Hintergrund der Stromspar-Strategie
Die 86-Jährige lebt allein und achtet aus finanziellen Gründen sowie aus Umweltbewusstsein auf einen sparsamen Umgang mit Energie. Statt das Deckenlicht in ihrem Haus einzuschalten, greift sie in den Abend- und Nachtstunden zu einer handelsüblichen Taschenlampe. Diese Maßnahme ist für sie nicht nur kostengünstig, sondern auch praktisch, da sie nur punktuell Licht benötigt.
Die Polizei Bad Kreuznach betonte, dass die Reaktion der Nachbarin zwar verständlich, in diesem Fall aber nicht notwendig gewesen sei. „Wir nehmen jede Meldung ernst, aber in diesem Fall war es ein harmloses Missverständnis“, sagte ein Sprecher. Die Beamten zeigten Verständnis für die Sorge der Nachbarin und lobten die Aufrichtigkeit der Seniorin.
Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit
In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verwechslungen dieser Art. So wurde beispielsweise in einer nahegelegenen Gemeinde ein nächtlicher Spaziergänger mit einer Stirnlampe fälschlicherweise für einen Einbrecher gehalten. Die Polizei appelliert daher an die Bevölkerung, bei verdächtigen Beobachtungen stets den Notruf zu wählen, aber auch die Möglichkeit harmloser Erklärungen in Betracht zu ziehen.
Der Vorfall in Bad Kreuznach zeigt, wie schnell aus einer simplen Stromsparmaßnahme ein aufwändiger Polizeieinsatz werden kann. Die 86-Jährige versprach, künftig bei Bedarf das Deckenlicht zu nutzen – oder zumindest die Nachbarin vorab über ihre nächtlichen Gewohnheiten zu informieren.



