Italien: Einwanderer stirbt bei Polizeieinsatz in Bologna – Video zeigt Szenen
Tod eines Marokkaners bei Polizeieinsatz in Bologna

Ein Video, das in Italien für Entsetzen sorgt, zeigt die letzten Minuten des 42-jährigen Marokkaners Abderrahim Fakir. Der Mann, der seit mehr als 30 Jahren in Italien lebte und eine kleine Putzfirma besaß, starb am Sonntag auf einer Straße im Stadtteil Pilastro in Bologna, nachdem ihn zwei Polizeibeamte minutenlang am Boden fixiert hatten. Auf dem Video ist zu hören, wie Fakir um Hilfe ruft: „Aiuto. Basta, basta!“ („Hilfe! Genug, genug!“). Die Beamten ließen nicht von ihm ab, bis er sich nicht mehr bewegte. Die Aufnahmen werden in den Hauptnachrichten gesendet und in sozialen Medien geteilt. Viele vergleichen den Fall mit dem Tod von George Floyd in den USA im Mai 2020.

Hintergründe des Polizeieinsatzes

Nach Angaben der Polizei war die Beamten über den Notruf 112 in den Stadtteil Pilastro gerufen worden, weil ein Mann randaliere. Beim Eintreffen soll Fakir gegen den Streifenwagen geschlagen haben. Daraufhin setzten die Polizisten Pfefferspray ein, drückten ihn zu Boden und legten ihm Handschellen an. Augenzeugen berichten, dass Fakir alle regulären Papiere besaß, wie seine Anwältin bestätigte. Die Szene dauerte mehr als vier Minuten, während zwei Rettungssanitäter zusahen. Erst als Fakir keine Bewegungen mehr zeigte, drehten sie ihn um. Ein Arzt stellte um 12.53 Uhr den Tod fest.

Ermittlungen und Obduktion

Die Staatsanwaltschaft hat die Obduktion der Leiche angeordnet, um die Todesursache zu klären. Dabei soll auch geprüft werden, ob Fakir Vorerkrankungen hatte. Zudem wurde die Bodycam eines der beteiligten Beamten sichergestellt. Das Innenministerium verspricht „völlige Transparenz“ und „uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den Ermittlern“. Ob disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen die Polizisten oder die Sanitäter eingeleitet werden, ist noch offen. Die Lega-Partei von Vize-Regierungschef Matteo Salvini stellt sich hinter die Beamten: „Hände weg von der Polizei!“

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Proteste und politische Reaktionen

In Bologna, einer traditionell linken Stadt, versammelten sich am Sonntag mehrere Hundert Menschen zu Protesten. Sie riefen „Gerechtigkeit“ und „staatlicher Mord“. Die Schwester des Toten sagte: „Ich werde keine Ruhe finden, bis mein Bruder gerächt ist. Sie haben ihn geschlagen und getötet.“ Bürgermeister Matteo Lepore rief zu einem stillen Gedenken am Montagabend auf. In Rom verlangt die Linke schnelle Aufklärung, während das rechte Lager die Polizei in Schutz nimmt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte sich zunächst nicht.

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