Tod in Berliner SM-Studio: Prozess um tödliche Injektion beginnt
Tod in SM-Studio: Prozess um tödliche Injektion

Gerichtsreport: Mann stirbt in SM-Studio – Die gefährliche Chemie der Lust

Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein Mann stirbt nach einer Injektion in einem Berliner SM-Studio. Ein schrecklicher Unfall – oder steckt mehr dahinter? Nun hat der Prozess begonnen. Von Norman Börner, Redakteur. 08.06.2026, 18:20 Uhr.

Das für Lokalanästhesie gedachte Medikament Procain wird in der SM-Szene zur Luststeigerung und Schmerzlinderung genutzt. Wie verbreitet ist das Phänomen? Die Staatsanwaltschaft geht von fahrlässiger Tötung aus. Der Angeklagte, ein 45-jähriger Mann, soll dem Opfer eine Überdosis Procain verabreicht haben. Das Opfer erlitt einen Kreislaufstillstand und verstarb noch am Tatort.

Die gefährliche Chemie der Lust

Procain ist ein Lokalanästhetikum, das in der Medizin für örtliche Betäubungen eingesetzt wird. In der SM-Szene wird es jedoch missbräuchlich verwendet, um Schmerzempfindungen zu dämpfen und die Lust zu steigern. Die Dosierung ist dabei oft unkontrolliert, was zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.

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Der Prozess wird vor dem Landgericht Berlin geführt. Die Verhandlung soll mehrere Tage dauern. Es werden Zeugen und Sachverständige gehört. Die Verteidigung plädiert auf Unfall. Der Angeklagte habe die Dosierung nicht richtig einschätzen können. Die Staatsanwaltschaft sieht hingegen eine bewusste Gefährdung des Opfers.

Hintergrund des Falles

Der Vorfall ereignete sich im Januar 2026 in einem SM-Studio in Berlin-Charlottenburg. Das Opfer, ein 38-jähriger Mann, hatte sich zu einer Session angemeldet. Der Angeklagte, der als Betreiber des Studios gilt, injizierte ihm Procain. Kurz darauf kollabierte der Mann. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Angeklagte keine medizinische Ausbildung hat. Er hatte das Procain über das Internet bezogen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Risiken des Mittels gekannt und billigend in Kauf genommen zu haben.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Grauzonen der SM-Szene. Viele Praktiken bewegen sich im rechtlichen Niemandsland. Die Polizei warnt vor der unkontrollierten Verwendung von Medikamenten zur Luststeigerung. Es sei lebensgefährlich, solche Substanzen ohne ärztliche Aufsicht einzusetzen.

Das Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet. Der Angeklagte muss mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen, wenn er der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden wird.

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