WHO: Eine Milliarde neue Fahrzeuge, 21 Prozent weniger Verkehrstote
WHO: Milliarde Fahrzeuge, 21% weniger Verkehrstote

Rund 1,16 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen wurden teils schwer verletzt. Dies geht aus einem neuen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Die Zahl der Todesopfer sei seit 2011 jedoch um 21 Prozent zurückgegangen, obwohl in diesem Zeitraum mehr als eine Milliarde Fahrzeuge neu auf die Straßen kamen, so die WHO.

Sicherheitsvorschriften als Grund für Rückgang

Der Rückgang sei auf verbesserte Sicherheits- und Schutzvorschriften zurückzuführen, darunter Tempolimits und strengere Gesetze. Dennoch sind Verkehrsunfälle weiterhin die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen im Alter von fünf bis 29 Jahren. Der WHO-Direktor für Verletzungsprävention, Etienne Krug, betonte: „Wir wissen, was funktioniert – strenge Gesetze und deren konsequente Durchsetzung, eine sichere Infrastruktur und sichere Fahrzeuge, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Senkung der Geschwindigkeit und der Bekämpfung des Fahrens unter Alkoholeinfluss liegt.“

Motorradunfälle nehmen durch Lieferdienste zu

Mit dem Boom von Lieferdiensten hat sich die Zahl der Motorräder weltweit von 2011 bis 2025 mehr als verdreifacht. Motorradunfälle machen in der Statistik der Straßenunfälle mit Opfern inzwischen fast ein Drittel aus – 2011 waren es erst 23 Prozent. Da in einigen Ländern vollständige Daten fehlen, haben die Autorinnen und Autoren des Berichts Schätzungen auf Grundlage verfügbarer Daten vorgenommen. Die Forscher der Universität Washington stellten fest, dass die Unfallraten im Straßenverkehr in Ländern mit hohem Einkommen höher sind, jedoch 90 Prozent der Verkehrstoten in Ländern mit niedrigem Einkommen zu finden sind.

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Ungleiche Sicherheitsstandards weltweit

In vielen einkommensschwachen Ländern hätten die Sicherheitsmaßnahmen mit dem rasanten Städtewachstum und der zunehmenden Nutzung motorisierter Fahrzeuge nicht Schritt halten können. So sei die Gurtpflicht immer noch ein Phänomen wohlhabender Länder, ebenso die Verbreitung von Airbags. Die meisten Verkehrstoten sind zu Fuß oder mit dem Zweirad unterwegs: Mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten sind Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer. Ein Helm könne bei Motorradfahrern das Risiko eines tödlichen Unfalls um mehr als das Sechsfache verringern.

UN-Ziele zur Halbierung der Todesfälle

Die Uno-Mitgliedsländer haben sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen im Straßenverkehr von 2021 bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Der WHO-Bericht unterstreicht die Dringlichkeit, insbesondere in einkommensschwachen Ländern, wo die Sicherheitsinfrastruktur oft mangelhaft ist.

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