Abschiebungen in Hessen: Leichter Rückgang im ersten Halbjahr 2026
Abschiebungen in Hessen leicht rückläufig

Die Zahl der Abschiebungen aus Hessen ist im ersten Halbjahr 2026 leicht rückläufig. Wie das hessische Innenministerium mitteilte, wurden von Januar bis Juni 921 Menschen abgeschoben, nach 1.017 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies entspricht einem Rückgang um 9,4 Prozent.

Gründe für den Rückgang

Innenminister Roman Poseck (CDU) führte den bundesweiten Trend vor allem auf zwei Ursachen zurück: „Zum einen die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Ende des vergangenen Jahres, durch die Anforderungen und Aufwände bei Abschiebungen gestiegen sind. Zum anderen der Rückgang der Flüchtlingszahlen und damit vor allem der erhebliche Rückgang sogenannter Dublin-Fälle.“ Nach dem Dublin-Verfahren sollen Flüchtlinge in den EU-Staat überführt werden, in dem sie zuerst registriert wurden.

Höhere Erfolgsquote

Trotz des zahlenmäßigen Rückgangs bewertete Poseck die Entwicklung positiv. „Hessen konnte sich dem bundesweiten Trend des laufenden Jahres weitgehend entgegenstellen.“ Die Erfolgsquote bei Abschiebungen sei stetig gestiegen: Lag sie 2023 noch bei 48 Prozent, erreichte sie im ersten Halbjahr 2026 bereits 64 Prozent. Zudem stieg die Zahl der freiwilligen Ausreisen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 86 auf 1.464.

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Maßnahmenpaket und Infrastruktur

Nach Angaben des Ministers arbeiten Bund und Land beim Zurückdrängen der illegalen Migration und der konsequenten Durchsetzung von Ausreisepflichten eng zusammen. Mehr Grenzkontrollen, Zurückweisungen an den Grenzen, das Aussetzen des Familiennachzugs und mehr Abschiebungen würden Wirkung zeigen. „Mit dem Maßnahmenbündel senden wir das klare Signal in die Welt, dass wir nicht unbegrenzt aufnahmefähig und aufnahmewillig sind“, so Poseck.

Hessen hat zudem die organisatorischen Rahmenbedingungen verbessert, indem Verfahren bei den Regierungspräsidien und der Abschiebehaftanstalt in Darmstadt konzentriert wurden. Die Kapazität der Abschiebehaftanstalt wurde vor rund fünf Jahren von 20 auf 80 Plätze erhöht. Mitte Juli waren dort 57 Menschen untergebracht. In Hessen leben derzeit mehr als 16.000 ausreisepflichtige Menschen.

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