Brandenburgs einzige Babyklappe geschlossen: Debatte um neue Lösung
Babyklappe in Potsdam geschlossen: Debatte um Neustart

Die einzige Babyklappe in Brandenburg am St. Josefs Krankenhaus in Potsdam ist seit dem 1. August außer Betrieb. Grund ist die Schließung der Geburtshilfe an diesem Haus. Das Gesundheitsministerium des Landes hält dies für vertretbar, während Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel eine Verlagerung an das Klinikum Ernst von Bergmann fordert.

Babyklappe in den letzten fünf Jahren nicht genutzt

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass durch den Verzicht auf die Babyklappe „keine unzumutbare Einschränkung“ entstehe. Die Vorrichtung sei in den vergangenen fünf Jahren nicht in Anspruch genommen worden. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2003 wurden dort insgesamt zwölf Kinder abgelegt, wie das Krankenhaus 2023 mitteilte. Die Babyklappe funktionierte so: Ein Kind konnte in einen geschützten und gewärmten Korb hinter einer von außen zu öffnenden Klappe gelegt werden, woraufhin das Klinikpersonal durch ein Signal alarmiert wurde.

Alternative Angebote: Anonyme Geburt und Babylotsinnen

Das Ministerium verwies auf bestehende Alternativen. Am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam können Frauen weiterhin anonym gebären. Zudem sollen ab dem 1. September 2026 sogenannte Babylotsinnen eingesetzt werden, die Schwangere und Familien frühzeitig beraten und an Unterstützungsangebote vermitteln. Wer eine Babyklappe nutzen möchte, könne dies im nahe gelegenen Berlin tun, so das Ministerium.

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Oberbürgermeisterin fordert Verlagerung

Oberbürgermeisterin Aubel (parteilos) äußerte sich auf Instagram gegenteilig: Die Verlagerung der Babyklappe sei dringend geboten. Erste Gespräche mit der Geschäftsführung des Klinikums Ernst von Bergmann hätten bereits stattgefunden. Das Klinikum will die Versorgung Schwangerer nach der Schließung der Geburtsstation am St. Josefs-Krankenhaus übernehmen. „Das Team bereitet sich umfassend auf die neue Situation vor“, hieß es von Seiten des Krankenhauses. Im vergangenen Jahr kamen dort 1.638 Kinder zur Welt.

Protest gegen Schließung der Geburtshilfe

Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus hatte Proteste ausgelöst. Eine Online-Petition zur Rettung der Station sammelte bis zum Nachmittag rund 15.900 Unterstützer-Unterschriften. Ein Sprecher des Krankenhauses erklärte jedoch, die Entscheidung sei nach sorgfältiger Prüfung endgültig.

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