Ein ungewöhnlicher Vorfall erschüttert die Bewohner der Stadt Shizukuishi in der japanischen Präfektur Iwate. Ein Bär ist in ein Wohnhaus eingedrungen, hat den Kühlschrank geöffnet und dessen Inhalt in der Küche verstreut. Die Familie verständigte umgehend die Polizei.
Bär gelangt durch Hintertür wieder ins Freie
Laut einem Polizeibeamten, der am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sprach, deuten Fußspuren darauf hin, dass das Tier „durch eine Hintertür neben der Küche wieder hinausgelangt ist“. Anschließend habe der Bär vor dem Haus in einer Tonne mit Lebensmittelabfällen nach weiterer Nahrung gesucht. Der Vorfall ereignete sich am Montagabend.
In den vergangenen Tagen hätten mindestens vier weitere Haushalte in der Region ähnliche Bäreneinbrüche gemeldet, so der Polizeibeamte. Die Behörden sind alarmiert: In Japan kommen in letzter Zeit immer öfter Bären in besiedeltes Gebiet.
Steigende Bärenpopulation und weniger Nahrung in Wäldern
Seit dem 1. April gab es nach offiziellen Angaben mindestens fünf Todesfälle durch Bärenattacken, alle in der nördlichen Region Tohoku. Die japanischen Medien berichten regelmäßig über Bärensichtungen in Einkaufszentren, Parks und an Schulen. In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär, auch Kragenbär genannt, sowie der größere Braunbär.
Fachleute führen die Zunahme der Angriffe auf Menschen auf die schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr gab es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln, sodass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten.
Behörden raten zu Vorsichtsmaßnahmen
Die Behörden raten in den betroffenen Regionen unter anderem dazu, nicht allein in die Berge zu gehen, beim Wandern ein Glöckchen am Rucksack zu befestigen und Bären-Abwehrspray mitzunehmen. Die Vorfälle zeigen, dass die Tiere zunehmend in menschliche Siedlungen vordringen, was zu gefährlichen Begegnungen führt.



