Überfall nach Grindr-Date in Berlin-Schöneberg
Bernd Hofmann (Name geändert) verabredet sich über die schwule Dating-App Grindr mit einem Mann zu einem Sexdate in seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg. Als er die Tür öffnet, stehen plötzlich drei junge Männer vor ihm. Sie gehen auf ihn los, halten ihn in seiner eigenen Wohnung fest, beleidigen ihn schwulenfeindlich, schlagen ihn und greifen ihn mehrfach mit Pfefferspray an. Anschließend durchwühlen sie die Wohnung nach Geld und Wertsachen und flüchten. So schildert Hofmann dem Tagesspiegel den Vorfall.
Hintergrund: Gezielte Angriffe auf schwule Männer
Solche Überfälle sind kein Einzelfall. Immer wieder werden schwule Männer in Berlin über Dating-Apps wie Grindr, Romeo oder PlanetRomeo zu vermeintlichen Dates gelockt und dann beraubt oder attackiert. Die Täter nutzen gezielt die Anonymität der Apps aus, um ihre Opfer auszuspähen und in eine Falle zu locken. Oft handelt es sich um homophob motivierte Taten, bei denen die Opfer nicht nur ausgeraubt, sondern auch gedemütigt und verletzt werden.
Polizei und queere Organisationen geben Tipps
Die Berliner Polizei und queere Organisationen wie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) raten zu erhöhter Vorsicht. Wichtig sei, vor einem Treffen ein unverbindliches Kennenlernen an einem öffentlichen Ort zu vereinbaren. Man solle keine persönlichen Daten wie die genaue Adresse preisgeben, bevor man sich nicht sicher sei. Zudem empfehlen sie, Freunde oder Bekannte über das Date zu informieren und das Smartphone griffbereit zu halten.
„Wir raten dringend, bei Unwohlsein das Treffen sofort abzubrechen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen“, sagt ein Sprecher des LSVD. Auch die Polizei betont: „Im Notfall wählen Sie die 110. Zögern Sie nicht, Hilfe zu holen.“
Opferberatung und Anzeige
Wer Opfer eines solchen Überfalls geworden ist, sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Opferhilfe Berlin e.V. bietet kostenlose Beratung und psychologische Unterstützung an. Queere Opferberatungsstellen wie „Opferhilfe Berlin“ oder „Maneo“ sind speziell auf die Bedürfnisse von LSBTI*-Menschen ausgerichtet und können bei der Verarbeitung der Tat helfen.
Bernd Hofmann hat nach dem Überfall Anzeige erstattet. Die Polizei ermittelt wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung. Bislang konnten die Täter noch nicht gefasst werden.



