Nach intensiven Gesprächen zwischen Bezirk, Senat und Betreibern steht fest: Die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete an der Maxie-Wander-Straße in Berlin-Hellersdorf wird zum Teil geschlossen. Das Gelände soll einer neuen Schule weichen.
Schließung nach langen Verhandlungen
Wie Bezirksbürgermeister Gordon Lemm (SPD) mitteilte, habe man sich nach „vielen Gesprächen“ auf die Teilaufgabe der Unterkunft geeinigt. Die Einrichtung war seit 2015 in Betrieb und bot zuletzt rund 400 Menschen Platz. Nun sollen die Bewohner schrittweise in andere Unterkünfte im Bezirk umziehen.
Der genaue Zeitplan steht noch nicht fest. Die Schließung erfolgt abschnittsweise, um den Umzug für die Geflüchteten so reibungslos wie möglich zu gestalten. Das Bezirksamt betont, dass ausreichend Ersatzplätze in anderen Einrichtungen vorhanden seien.
Neue Schule auf dem Grundstück
Das Grundstück an der Maxie-Wander-Straße wird für den Bau einer dringend benötigten Grundschule genutzt. Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf leidet unter einem akuten Mangel an Schulplätzen. Die neue Schule soll ab dem Schuljahr 2028/29 Platz für etwa 500 Kinder bieten.
Die Planungen für den Schulbau laufen bereits seit 2024. Mit der Freigabe des Geländes kann nun die Bauvorbereitung beginnen. Die Kosten für das Projekt werden auf rund 15 Millionen Euro geschätzt.
Reaktionen aus der Politik
Die Entscheidung stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Während die CDU-Fraktion im Bezirk die Schließung begrüßt, fordern die Grünen eine bessere Integration der Geflüchteten in den neuen Unterkünften. Die Linkspartei kritisiert, dass die Schließung zu früh komme und die Betroffenen erneut umziehen müssten.
Bezirksbürgermeister Lemm verteidigt die Entscheidung: „Wir müssen beide Bedarfe ernst nehmen: die Unterbringung von Geflüchteten und die Bildung unserer Kinder. Mit diesem Kompromiss gelingt uns beides.“
Die Unterkunft an der Maxie-Wander-Straße war eine der größten im Bezirk. Ihre Teilaufgabe markiert einen Wendepunkt in der Flüchtlingspolitik des Bezirks, der nun verstärkt auf dezentrale Unterbringung setzt.



