ICE stellt Autokontrollen ein: Zwei Migranten in einer Woche erschossen
ICE stoppt Autokontrollen nach zwei tödlichen Schüssen auf Migranten

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hat nach zwei tödlichen Schüssen auf Migranten bei Autokontrollen innerhalb einer Woche diese Taktik vorläufig eingestellt. Die Anweisung kam vom übergeordneten Heimatschutzministerium (DHS). Beide Opfer waren nicht Ziel der Haftbefehle. Seit Amtsantritt von Präsident Donald Trump wurden bereits mindestens neun Migranten bei Abschiebeaktionen getötet.

Fall 1: Joan Sebastian Guerrero in Maine

Am Montag, den 13. Juli 2026, gegen 7 Uhr morgens wurde der 26-jährige Kolumbianer Joan Sebastian Guerrero in Biddeford, Maine, auf dem Weg zur Arbeit von ICE-Beamten erschossen. Videos zeigen, wie er im Schritttempo im Kreis fuhr, während Einsatzkräfte versuchten, die Tür zu öffnen. Ein Bundesagent feuerte mehrere Schüsse durch die Windschutzscheibe. Der blutende Mann wurde aus dem Wagen gezogen und gefesselt. Seine dreijährige Tochter, die im Pyjama die Sendung „Bluey“ sah, wurde Zeugin des Vorfalls. Augenzeugen zufolge sagte Guerrero: „Ich habe versucht, anzuhalten …“ Der Tote lag fünf Stunden auf dem Bürgersteig. Senator Markwayne Mullin teilte zunächst mit, Guerrero habe sein Auto als Waffe eingesetzt, was DHS später bestätigte. Guerrero stand nicht im Fokus der Ermittlungen. Die Beamten trugen keine Bodycams.

Fall 2: Lorenzo Salgado Araujo in Houston

Sechs Tage zuvor, am 7. Juli 2026, wurde der 52-jährige Mexikaner Lorenzo Salgado Araujo in Houston, Texas, von ICE erschossen. Er war mit drei weiteren Arbeitern in einem Minivan auf dem Weg zu einer Baustelle. Nicht markierte SUVs verfolgten das Fahrzeug. DHS behauptete, Araujo habe sich einer Verkehrskontrolle widersetzt und das Fahrzeug als Waffe benutzt. Ein Bundesagent schoss ihm in den Bauch; Araujo starb. Auch er war nicht die gesuchte Person. Sein Sohn Ronaldo Salgado sagte: „Er hat es nicht verdient, so zu sterben – alles, was er wollte, war ein Stück des amerikanischen Traums!“

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Reaktionen und Konsequenzen

Die Todesfälle lösten eine Welle der Empörung aus. Bereits im Januar waren in Minneapolis zwei US-Bürger, Renée Good und Alex Pretti, bei Anti-Abschiebeprotesten von Bundespolizisten getötet worden. ICE stand unter Druck, das Tempo der Abschiebungen zu erhöhen, was zu wahllosen Autokontrollen führte, wie CNN berichtete. Das DHS ordnete nun die Aussetzung dieser Taktik an. Kritiker fordern eine umfassende Reform der Abschiebepraxis und den Einsatz von Bodycams.

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