Die Polizei in Cottbus hat mehrere Strafverfahren eingeleitet, nachdem es am vergangenen Wochenende zu mutmaßlich rechtsextremen Vorfällen gekommen war. In der Stadt, die bereits Anfang Juli durch einen mutmaßlichen Brandanschlag auf ein alternatives Wohnprojekt erschüttert wurde, reißen die Vorfälle nicht ab.
„Sieg Heil“-Rufe beim Stadtteilfest
Am Freitagabend riefen während der Aufbauarbeiten zu einem Stadtteilfest in Cottbus-Sandow mehrere Personen aus einer Gruppe heraus Parolen wie „Sieg Heil“ und „Deutschland den Deutschen“. Die Polizei teilte mit, dass Platzverweise ausgesprochen und Strafverfahren eingeleitet wurden. In der Gruppe befanden sich laut Polizei auch Minderjährige, das genaue Alter der Verdächtigen konnte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd jedoch nicht nennen.
Regenbogenfahne zerrissen und Hakenkreuz geschmiert
In der Nacht von Sonntag auf Montag entwendeten unbekannte Täter eine Regenbogenfahne aus einem Fensterrahmen in der Spremberger Vorstadt und zerrissen sie. Die Fahne hing außen an einem Mehrfamilienhaus. Bereits am Sonntag war in Spremberg an der Rückwand einer Garage der Ortskirche ein schwarzes Hakenkreuz mit Filzstift entdeckt worden. Das verbotene Symbol hatte eine Größe von 50 mal 50 Zentimetern.
Ermittlungen nach Brandanschlag und weiteren Taten
Seit Anfang Juli ermitteln der Staatsschutz und die Mordkommission nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Zudem wird eine versuchte Brandstiftung an einem Club geprüft. Auch die Zerstörung einer Scheibe an einem Grünen-Büro wird vom Staatsschutz untersucht.
Anstieg antisemitischer Vorfälle
Die Fachstelle Antisemitismus registrierte in ihrem Monitoringbericht 2025 eine Verdoppelung der Vorfälle in Cottbus von 21 auf 57. In Potsdam wurden im vergangenen Jahr 53 Vorfälle erfasst. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hatte bereits vor Monaten vor einer Zunahme politisch motivierter Gewalt unter Jugendlichen und einer Radikalisierung über das Internet gewarnt. Nach einem Hakenkreuz und einem antisemitischen Schriftzug an der Synagoge in der Cottbuser Innenstadt im April wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.



