Polen plant Handyverbot an Grundschulen ab 2026
Polen: Handyverbot an Grundschulen ab 2026

Polen plant ein weitreichendes Handyverbot an Grundschulen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen Mobiltelefone und andere Geräte zur Ton- und Bildaufnahme während des Unterrichts und der Pausen nicht mehr genutzt werden dürfen. Die Regierung in Warschau hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf verabschiedet, der nun dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird. Das Verbot soll für alle staatlichen und privaten Grundschulen gelten, die in Polen bis zur achten Klasse reichen.

Reaktion auf Wünsche der Lehrkräfte

Bildungsministerin Barbara Nowacka erklärte, dass mit dem Verbot auf den regelmäßig von Lehrkräften geäußerten Wunsch reagiert werde. Bereits heute setze mehr als die Hälfte aller polnischen Schulen eine ähnliche Regelung freiwillig um. Zudem verwies Nowacka auf Studien, wonach 85 Prozent der polnischen Bevölkerung eine solche Maßnahme befürworten. Ausnahmen vom Verbot sollen möglich sein, wenn die Nutzung des Telefons für den Unterricht oder die pädagogische Betreuung erforderlich ist, sowie aus Gründen der Gesundheit oder Sicherheit.

Stärkere Regeln für Internetinhalte

Parallel dazu hat die Regierung ein Gesetzespaket beschlossen, das den Schutz von Kindern im Internet verbessern soll. Dieses Paket sieht unter anderem vor, den Zugang von Minderjährigen zu Webseiten mit sexuellen Inhalten einzuschränken. Anbieter solcher Seiten sollen verpflichtet werden, das Alter der Nutzer anonym zu überprüfen und zu verifizieren, ohne dabei Browserdaten oder personenbezogene Informationen zu erfassen. Digitalminister Krzysztof Gawkowski begründete die geplante Änderung damit, dass diese Seiten nicht ausreichend vor dem Zugriff Minderjähriger geschützt seien. Das Durchschnittsalter, in dem Kinder in Polen erstmals mit Pornografie in Berührung kommen, liege unter elf Jahren, schrieb er auf der Plattform X.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Effektivere Entfernung illegaler Inhalte

Darüber hinaus sollen illegale Inhalte im Internet, die mit sexuellem Missbrauch von Kindern, Betrug oder Identitätsdiebstahl in Zusammenhang stehen, schneller und effektiver entfernt werden können. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Ansatzes, um die Sicherheit von Kindern sowohl in der Schule als auch im digitalen Raum zu erhöhen. Beide Gesetzesvorhaben müssen noch das polnische Parlament passieren, bevor sie in Kraft treten können.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration