Potsdam: 381 Einbürgerungen im ersten Halbjahr 2026 – deutlicher Anstieg
Potsdam: 381 Einbürgerungen im ersten Halbjahr 2026

Die Landeshauptstadt Potsdam hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Anstieg der Einbürgerungen verzeichnet. Wie die Pressestelle der Stadt mitteilte, wurden in 13 Einbürgerungsfeiern insgesamt 381 Menschen aus 56 Herkunftsstaaten die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen. Dies entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2025 und sogar rund 70 Prozent mehr als im Jahr 2024.

Herkunftsländer der neuen Staatsbürger

Die meisten neuen deutschen Staatsbürger stammen aus Syrien, der Ukraine, der Russischen Föderation, dem Iran, Afghanistan und Polen. Die Liste der Herkunftsländer zeigt die Vielfalt der internationalen Gemeinschaft in Potsdam.

Gründe für den Anstieg

Fachbereichsleiter Karsten Lauber führt die Steigerung auf verbesserte Arbeitsabläufe in der Einbürgerungsbehörde zurück. Unter der Leitung des neuen Arbeitsgruppenleiters Abed Alkareem Khader sei es gelungen, ein engagiertes Team zusammenzustellen. „Aufgrund der anspruchsvollen Rechtslage ist die Einarbeitung langwieriger, doch die stabile Personalsituation macht sich zunehmend bezahlt“, so Lauber.

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Bedeutung für die Stadtgesellschaft

Brigitte Meier (SPD), Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, sieht in den steigenden Zahlen ein wichtiges Signal: „Sie zeigen, dass sich die Menschen in Potsdam wohlfühlen und Teil der Stadtgesellschaft geworden sind.“ Diese Einschätzung wird durch die Erfahrungen von Zehra Torlak bestätigt, die 2007 aus der Türkei nach Deutschland kam und am 30. Juni ihre Einbürgerungsurkunde erhielt.

Persönliche Geschichten der Eingebürgerten

Die qualifizierte Sozialassistentin und Sozialpädagogin Zehra Torlak erklärte: „Ich habe mich in den letzten Jahren immer stärker als Teil dieser Gesellschaft und dieses Landes gefühlt. Ich konnte und kann mich gut mit Deutschland identifizieren. Das war für mich der Hauptgrund für meine Einbürgerung. Die Zulassung der Mehrstaatigkeit durch die Gesetzesänderung 2024 hat meine Motivation auch verstärkt.“ Bei der Feier sei ihr klar geworden, dass sie nun offiziell dazugehöre und es geschafft habe.

Für die Familie Jadoua/Zin Aldin aus Syrien, deren Kinder in Potsdam geboren wurden, bedeutet die Einbürgerung mehr Freiheit und Sicherheit. „Mit der Einbürgerung wird unser Leben in Deutschland besser geschützt sein. Außerdem können wir mehr reisen und mehr Länder besuchen“, so die Familie. Ahmad Jadoua hat seine Eltern seit mehr als zehn Jahren nicht gesehen. Zum Verfahrensablauf selbst sagte die Familie, dass die Wartezeit bis zum Termin lang gewesen sei, es in den vergangenen Monaten aber schneller gegangen sei als zuvor.

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