Schweiz lehnt SVP-Vorschlag zur Bevölkerungsgrenze ab
Schweiz lehnt strikte Einwohner-Obergrenze ab

Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung am Sonntag eine strikte Begrenzung der Einwohnerzahl abgelehnt. Hochrechnungen zufolge scheiterte der Vorschlag der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), die Wohnbevölkerung auf zehn Millionen Menschen zu deckeln, deutlich.

Nur rund 45 Prozent Zustimmung

Ein Vertreter eines Meinungsforschungsinstituts rechnete im Fernsehen SRF mit einer Zustimmung von lediglich rund 45 Prozent. Bei einer Annahme hätte die Schweiz letztlich das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union (EU) kündigen müssen.

Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung

Getrieben von der hohen Zuwanderung ist die Bevölkerung seit der Einführung der Personenfreizügigkeit im Jahr 2002 um fast ein Viertel auf 9,1 Millionen Menschen gewachsen. Europaweit greifen rechte Parteien Ängste vor Zuwanderung auf, wie es auch beim Aufstieg der AfD in Deutschland und des Rassemblement National in Frankreich zu beobachten ist.

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Zuspruch über nationalistische Lager hinaus

In der Schweiz fand der Vorschlag allerdings weit über nationalistische Lager hinaus Zuspruch. Ein wichtiges Argument war dabei der sogenannte "Dichtestress": Die Zuwanderung hat zu Wohnungsnot und überlasteter Infrastruktur geführt. Fast alle anderen Parteien, die Regierung und Wirtschaftsvertreter hatten den Vorschlag im Vorfeld bekämpft.

Warnung vor wirtschaftlichen Schäden

Sie befürchteten wirtschaftliche Schäden durch den Wegfall von EU-Verträgen und einen Mangel an Fachkräften. Justizminister Beat Jans hatte vor einem "Brexit-Moment" gewarnt und betont, dass ohne Personal aus dem Ausland die Krankenhäuser und Pflegeheime des Landes nicht mehr funktionieren würden.

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