Forscher haben in Sachsen-Anhalt die weltweit älteste Kernfamilie aus der Steinzeit nachgewiesen. Ein DNA-Test bei vier gemeinsam bestatteten Menschen, die vor 4600 Jahren lebten, bestätigte die Verwandtschaftsverhältnisse. Die Familie gehörte zur Kultur der Schnurkeramiker, die ihre Keramik mit Schnüren verzierten.
Die Analyse mitochondrialer DNA von 13 bestatteten Individuen zeigte, dass die Männer ihre Frauen aus verschiedenen Genpools wählten, da die Frauen untereinander nicht eng verwandt waren. Strontiumanalysen ergaben zudem, dass Männer und Kinder am Geburtsort blieben, während Frauen nach der Kindheit in andere Gegenden zogen.
Die Archäologen berichten im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences". Landesarchäologe Harald Meller betonte, dass die Toten liebevoll bestattet wurden: Vater, Mutter und zwei Kinder blicken sich im Grab an und halten sich an den Händen. Dies zeige, dass Liebe und Familie bereits damals grundlegend waren.
Allerdings entdeckten die Wissenschaftler auch ein grausames Geheimnis: Mehrere erwachsene Familienmitglieder wurden gewaltsam getötet, darunter zwei ältere Männer durch einen wuchtigen Hieb. Zunächst war man von einer Krankheit als Todesursache ausgegangen.



